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    Ferienhaus am Kaltenbrunnen | Architektur SCHWEIGHOFER

    An einem Südhang oberhalb von Egg wurde 2018-19 anstelle eines alten Containerbaus das moderne Haus Kaltenbrunnen errichtet. Dem Architekten Stefan Schweighofer gelang es, inmitten eines steilen Hanges ein Gebäude zu realisieren, das modern und selbstbewusst ist, sich aber trotzdem harmonisch in das Ensemble der umliegenden Gebäude einfügt. Der dreigeschossige Bau wurde in Massivholzbauweise errichtet, wobei viel Wert auf die Verwendung natürlicher, nachwachsender und regionaler Baustoffe gelegt wurde.

    An einem sonnigen Südhang oberhalb von Egg gelegen, bezaubert das Ferienhaus am Kaltenbrunnen mit einem unverbaubaren Blick auf den vorderen Bregenzerwald. Das Gebäude liegt auf 1000 m Seehöhe, unterhalb einer Sackgasse in der Siedlung Kaltenbrunnen und ist nur über die 70 Stufen einer Erschließungstreppe erreichbar.

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    Trotz seiner Modernität spiegelt das Gebäude die regionale Bauweise wider und fügt sich harmonisch in das Ensemble der umliegenden Gebäude ein. (Foto: Marc Lins Photography)

    Das neue Haus Kaltenbrunnen wurde auf den Streifenfundamenten eines alten Containerbaus aus den 80er Jahren erbaut. Die Frage, ob das in die Jahre gekommene Gebäude renoviert, oder an seiner Stelle ein neues Gebäude errichtet werden sollte, war für den Architekten schnell geklärt. Bei der Überprüfung der Bausubstanz des Bestandsgebäudes zeigte sich nämlich sehr deutlich, dass ein Um- und Anbau unwirtschaftlich wäre, und die Substanz nur einen Abbruch erlaubte. So wurde der Entschluss gefasst, auf dem Bestandsfundament ein neues Gebäude zu errichten, das der gesamten Familie Platz bieten kann. Dabei sollten die Außenmaße des bestehenden Fundaments nicht überschritten werden.

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    Vor dem Massivholzhaus befindet sich ein attraktiver Vorplatz mit einem Brunnen aus gestocktem Beton. (Foto: Marc Lins Photography)
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    Das Haus Kaltenbrunnen ist nur über eine Erschließungstreppe mit 70 Stufen erreichbar. Der elegante, reduzierte Baukörper wurde mit der Eternit Dachplatte (DD Quadrat 40 x 40 in Schwarz) realisiert. Dieses Dachmaterial harmoniert perfekt mit der ebenfalls in Schwarz gehaltenen Fassade. (Foto: Marc Lins Photography)

    Der Anspruch des Architekten war es, die Form, die Proportionen und die Ausrichtung des Gebäudes in die umliegende Häuserstruktur einzugliedern. Trotzdem sollte aber ein modernes, selbstbewusstes Gebäude entstehen, das die regionale Bauweise widerspiegelt. Damit war die Entscheidung für die Massivholzbauweise naheliegend.

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    Das optische und funktionale Zentrum des Wohnbereiches bildet ein Holzofen. (Foto: Marc Lins Photography)
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    Der Holzofen wärmt fast das ganze Gebäude, zur Unterstützung wurden Infrarotpaneele flächenbündig in die Decken integriert. (Foto: Marc Lins Photography)

    Das dreigeschossige Massivholzhaus fügt sich durch sanfte Übergänge harmonisch in das Ensemble der umliegenden Gebäude ein. Gegenüber der ursprünglichen Position wurde das Gebäude lediglich um 1,5 Meter Richtung Tal verschoben. Dadurch entstand ein attraktiver Vorplatz mit einem Brunnen aus gestocktem Beton. Der schwarze und auf das Wesentliche reduzierte Baukörper mit Satteldach passt sich der Hanglage und der Landschaft an, ohne dabei eine selbstbewusste Ausstrahlung einzubüßen.

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    Schnitt A-A. Durch die abgetreppte Gebäudestruktur passt sich der Baukörper optimal an das steile Gelände an und erzeugt zugleich ein ganz besonderes dreidimensionales Raumerlebnis. (Pläne: Architektur SCHWEIGHOFER)

    Das äußere Bild des Baukörpers wird durch den schwarz gestrichenen Fichtenmantel dominiert. Jedoch macht Massivholz nicht nur das statische Gerüst des Gebäudes sichtbar, sondern schafft vor allem auch im Innenbereich eine authentische und ausstrahlungsstarke Wandoberfläche. Dies erforderte eine genaue Planung, da die Wand- und Deckenelemente bereits mit allen für die Installationen notwendigen Bohrungen und Fräsungen geliefert wurden.

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    Grundriss Untergeschoss. Die Sanitär- und Schlafräume sind bewusst reduziert und klein. (Pläne: Architektur SCHWEIGHOFER)
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    Grundriss Erdgeschoss. Hier befindet sich der großzügige Wohnbereich, der sich Richtung Tal und Terrasse hin öffnet. (Pläne: Architektur SCHWEIGHOFER)
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    Grundriss Dachgeschoss. Ein besonders interessantes Element ist die zu Innenraum hin geöffnete Empore. (Pläne: Architektur SCHWEIGHOFER)

    Die Fensteröffnungen gliedern den Baukörper von außen und schaffen ausgewählte Ausblicke in den angrenzenden Wald und in die Berglandschaft des Bregenzerwaldes. Das besondere Charakteristikum des Gebäudes ist seine Lage, denn es steht inmitten eines steilen Hanges und ist nur über eine siebzig Stufen lange Treppe erreichbar. Um den Baukörper optimal an das steile Gelände anzupassen, wurde eine abgetreppte Gebäudestruktur errichtet, die zugleich ein ganz besonderes dreidimensionales Raumerlebnis erzeugt, das im Inneren erfahrbar wird.

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    Durch die Fensteröffnungen bieten sich unverbaubare Ausblicke in den angrenzenden Wald und in die Berglandschaft des Bregenzerwaldes. (Foto: Marc Lins Photography)
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    Die Böden und ein Teil der Wandverkleidungen sind mit geseiften Massivholzdielen aus Kernesche ausgeführt. (Foto: Marc Lins Photography)
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    Im Untergeschoss liegen die Rückzugsbereiche mit ihren bewusst reduzierten und kleinen Schlafräumen. (Foto: Marc Lins Photography)

    Im Untergeschoss liegen die Rückzugsbereiche mit ihren bewusst reduzierten und kleinen Schlafräumen, die alleine von der Ausstrahlung der Massivholzwände leben und zum Abschalten und Entspannen einladen. Im Erdgeschoss befindet sich der großzügige, über mehrere Ebenen gegliederte Wohnbereich, der sich Richtung Tal und Terrasse hin öffnet. Sein optisches und funktionales Zentrum bildet der Holzofen, der fast das ganze Gebäude wärmt. Die großzügige Verglasung kann durch eine wandintegrierte Schiebetüre vollständig geöffnet werden und holt so den angrenzenden Wald mitten ins Wohnzimmer.

    Projektdaten:

    Baubeginn: 2018
    Baufertigstellung: 2019
    Wohnnutzfläche: 149,5m2
    Grundstücksgröße: 1488m2
    Bauweise: Holzmassivbau
    Fassadensockel: Sichtbeton gestockt
    Fassade: Holzschirm Fichte sägerauh schwarz gestrichen
    Raumhöhe: 240cm-5,60cm

    Baumaterialien

    Dach: Eternit Österreich GmbH

    Die Bauweise musste insbesondere auf den labilen Untergrund Rücksicht nehmen, der Hangrutschungen möglich macht. Aus diesem Grund wurde das bestehende Fundament verwendet, auf dem eine abgetreppte Bodenplatte als Sockel errichtet wurde. Darauf fußt die Massivholzkonstruktion des Gebäudes. Die Wände und Decke wurden mit Brettsperrholz realisiert, das innen sichtbar ist. Gedämmt ist das Ferienhaus mit 20 cm starken Holzfaserplatten, die von einer hinterlüfteten, geschlossenen Holzfassade (Falzschalung) mit mineralischem Anstrich bedeckt werden. Die Böden und ein Teil der Wandverkleidungen sind mit geseiften Massivholzdielen aus Kernesche ausgeführt, die Holzfenster geölt. Als Dach wurde eine Eindeckung mit Eternitschindeln (Faserzement) verwendet.

    Bei der Ausführung des Ferienhauses wurde viel Wert auf die Verwendung natürlicher, nachwachsender und regionaler Baustoffe gelegt. Darüber hinaus konnte eine kompakte Bauweise realisiert werden, die keine aktive Kühlung des Gebäudes erfordert. Der Holzofen zur Beheizung der Wohnräume dient auch als zentrale Feuerstelle im Haus. Als Unterstützung wurden Infrarotpaneele flächenbündig in die Decken integriert.

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    Bei der Ausführung des Ferienhauses wurde viel Wert auf die Verwendung natürlicher, nachwachsender und regionaler Baustoffe gelegt. (Foto: Marc Lins Photography)
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    Massivholz im Innenbereich schafft eine authentische und ausstrahlungsstarke Wandoberfläche. (Foto: Marc Lins Photography)

    * Titelfoto: Ferienhaus Kaltenbrunnen. Quelle: Architektur SCHWEIGHOFER

    202
    Autor: DaiBau Magazin

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