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    Villa K_ LOVE architecture and urbanism ZT GmbH

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    Dass sich moderne Landhäuser und anspruchsvolles Design harmonisch in die Landschaft einfügen können und dabei traditionelle Bauformen und Materialien sich neu und zeitgemäß interpretieren lassen, zeigt die mehrfach ausgezeichnete 2017-18 errichtete Villa K südöstlich von Graz von LOVE architecture and urbanism ZT GmbH sehr anschaulich und vorbildwirksam.

    Text: Petra Kickenweitz
    Titelfoto: Tamara Frisch

    Das Anwesen wurde für ein Ehepaar auf einem rund 8000 m² großem West-Hanggrundstück errichtet und liegt in dem für die Oststeiermark typischen landwirtschaftlich geprägten Hügelland, zwischen traditionellen Bauernhöfen und kleineren Streusiedlungen eingebettet. Nur der obere Teil des Grundstücks, auf dem das Haus steht, ist als Bauland gewidmet. Landschaftsarchitektonisch gestaltet wurde nur die Böschung an der Ostseite des Hauses im Bereich der Zufahrt bzw. des Zugangs zum Haus. Die Lage des langgestreckten Satteldachhauses parallel zur Hangkante und die Tatsache, dass die restliche Fläche rundum als Wiese bewirtschaftet wird, erlaubt die seitens des Architekten Bernhard Schönherr durchaus gewünschte Assoziation zu der traditionellen ländlichen Bauform des langgestreckten Paarhofes mit seinem freistehenden Wirtschaftsgebäude, dem Stadl, und ihre Situierung in der Landschaft.

    Das Anwesen liegt auf einem Höhenzug, in den abgegrabenen Hang gesetzt, mit phantastischem Ausblick über ein idyllisches Tal. (Foto: Tamara Frisch)
    Das Anwesen liegt auf einem Höhenzug, in den abgegrabenen Hang gesetzt, mit phantastischem Ausblick über ein idyllisches Tal. (Foto: Tamara Frisch)

     

    Der ländlichen Baukultur entsprechend reduziert zeigt sich die Entwurfsidee in ihrer Grundform als eingeschossiges langgestrecktes Haus mit Satteldach, das auf einer leicht auskragenden Plattform mit Pool steht.

    Das Bitumendach selbst wurde mit sägerauen Lärchenlatten mit offener Fuge beschattet und analog der Terrasse, der Dachuntersicht und Poolsockelwand als fünfte Fassade, die von der Straße aus sichtbar ist, gestaltet. Das Dach, das in seiner Grundfläche die gleiche Größe aufweist wie die Plattform und nordseitig das Carport integriert, klappt sich an den beiden Traufenseiten zu einem Flachdach auf. Damit ähnelt es einerseits der klassischen Holzbauweise mit Aufschiebling, um die Dachform abzuflachen bzw. einen Dachüberstand zu erzeugen, andererseits wirkt die Dachform dynamisch und erinnert mit seiner beinahe aufgeschwungenen Form an die asiatische Bauweise. Das so entstandene tiefe Vordach bietet ostseitig einen wetterfesten Zugang zum Eingang, stellt süd- und westseitig eine einfache und effiziente Beschattung der Terrasse dar und bietet zusätzlichen Schutz vor sommerlicher Überhitzung im Bereich der Wohnräume.
    Gerade diese einfachen und funktional bewährten Gestaltungsmittel sind für das Architekturbüro LOVE essenziell und finden sich in zahlreichen Entwürfen wieder.

    Die nicht unterkellerte langgestreckte Villa verfügt über rund 245 m² barrierefreie Nutzfläche. Der Grundriss ist klar strukturiert und in drei Bereiche, den Zimmertrakt, das Eingangsentree und den Wohnbereich, geteilt. (Plan: LOVE architecture and urbanism ZT GmbH)
    Die nicht unterkellerte langgestreckte Villa verfügt über rund 245 m² barrierefreie Nutzfläche. Der Grundriss ist klar strukturiert und in drei Bereiche, den Zimmertrakt, das Eingangsentree und den Wohnbereich, geteilt. (Plan: LOVE architecture and urbanism ZT GmbH)

     

    Der von der Straße nicht einsichtige Bungalow liegt in den Hang eingeschnitten und um ein Geschoss tiefer als das darüber liegende Straßenniveau und wird über eine Zufahrt parallel zur Straße und dem Hang verlaufend im Norden erschlossen. Der Weg zum eigentlichen Eingang der Villa führt ostseitig an der geschlossenen Hausfassade entlang. Über ein großzügiges Entree, das den großen Wohnraum mit Küche und Pool vom privateren Wohnbereich und damit das Haus in zwei Teile trennt, gelangt man direkt auf die Terrasse. Der Blick wird bereits beim Eintritt ins Haus wieder ins Freie mit dem phantastischen Ausblick geführt.

    Direkt vom Entree aus führt der Blick über die Terrasse auf die steirische Hügellandschaft. (Foto: Tamara Frisch)
    Direkt vom Entree aus führt der Blick über die Terrasse auf die steirische Hügellandschaft. (Foto: Tamara Frisch)

     

    Diese Offenheit mit direkten Zugang auf die Terrasse und Blickbeziehungen, die quer durch das Haus und immer hinaus in die Landschaft führen, findet sich in allen Zimmern. Damit sich in den Sommermonaten der Wohnraum durch die Terrasse und den Pool optisch nach außen vergrößert, lässt sich die Fassade über zwei gegengleich bewegbare Schiebetüren bis zu einer Lichte von 4 m öffnen.

    Die dominante Satteldachform mit weit auskragenden Vordach schützt die Terrasse und die dahinterliegenden Wohnräume vor sommerlicher Überhitzung und integriert nordseitig das Carport. (Plan: LOVE architecture and urbanism ZT GmbH)

    Die dominante Satteldachform mit weit auskragenden Vordach schützt die Terrasse und die dahinterliegenden Wohnräume vor sommerlicher Überhitzung und integriert nordseitig das Carport. (Plan: LOVE architecture and urbanism ZT GmbH)
    Die dominante Satteldachform mit weit auskragenden Vordach schützt die Terrasse und die dahinterliegenden Wohnräume vor sommerlicher Überhitzung und integriert nordseitig das Carport. (Plan: LOVE architecture and urbanism ZT GmbH)

     

    Der nördliche Bereich des Hauses mit den zwei westseitig orientierten, hintereinander angeordneten Gästezimmern, dem anschließenden Bad sowie dem Schlafzimmer mit großem, boutiqueartigem Ankleideraum wird durch einen Mittelgang erschlossen. Ostseitig erschließen sich vom Flur aus die Nebenräume, u.a. Gäste-WC, Abstellraum und Wirtschaftsraum, die als Boxen mit Oberlichten in das Raumvolumen gesetzt wurden.

    Das eingeschossige Einfamilienhaus ruht regelrecht auf einer Aussichtsplattform, von der aus man ungestört und uneinsichtig den weiten idyllischen Blick über das Tal genießt. (Foto: Tamara Frisch)
    Das eingeschossige Einfamilienhaus ruht regelrecht auf einer Aussichtsplattform, von der aus man ungestört und uneinsichtig den weiten idyllischen Blick über das Tal genießt. Den Ausblick kann man auch direkt aus dem Infinity Pool von Steirerpool - ISOTEC Schwimmbäder Gesellschaft m.b.H. genießen. (Foto: Tamara Frisch)

     

    Besonderes Augenmerk wurde seitens des Architekturbüros in der Detailplanung auch auf die Material- und Kantenübergänge u.a. im Traufen- und Ortgangbereich sowie im Übergang von Innen- zu Außenraum gelegt. So sind die Holzrahmen aus Eiche der Dreifachverglasung in der Dachschräge bündig gesetzt. Die Laufrichtung des Terrassenbodens aus Thermoesche verläuft parallel zur Verlegerichtung der geölten Eichendielen im Innenraum, wodurch optisch der Boden durchgängig erscheint.

    Der Innenraum verschwimmt mit dem Außenraum und erweitert dank zwei gegengleich öffenbaren Schiebetüren den Wohnraum optisch. (Foto: Tamara Frisch)
    Der Innenraum verschwimmt mit dem Außenraum und erweitert dank zwei gegengleich öffenbaren Schiebetüren den Wohnraum optisch. (Foto: Tamara Frisch)
    Das Zenitlicht, das über die Dachflächenfenster bei den Nebenräumen eingeleitete natürliche Tageslicht, ist wesentlich heller als das Seitenlicht und sorgt für eine gleichmäßige Ausleuchtung des Raumvolumens in der Dachschräge. (Foto: Tamara Frisch)
    Das Zenitlicht, das über die Dachflächenfenster bei den Nebenräumen eingeleitete natürliche Tageslicht, ist wesentlich heller als das Seitenlicht und sorgt für eine gleichmäßige Ausleuchtung des Raumvolumens in der Dachschräge. Verputzt wurden die Wände und Decken mit Lehmputz, ausgeführt von Pro Lehm Frauwallner GmbH & Co KG. (Foto: Tamara Frisch)

    Projekt:

    Name des Projekts: 
    Villa K

    Architekt:
    LOVE architecture and urbanism ZT GmbH

    Ausführungsjahr:  
    2017-18

    Nutzfläche:
    245 m²                                                                           

    Auszeichnungen: 
    - BIGSEE Architecture Award 2020 Winner. Category: Residential Architecture (BIGSEE)
    - Villa K – Haus im Hang gehört zu den 50 besten Häuser 2020 (Callwey Verlag)

     

    Auftragnehmer:

    Energieausweis:
    Reiter GmbH

    Bauarbeiten:
    Kulmer Bau GesmbH & Co KG

    Holzbau:
    Kulmer Holz-Leimbau GesmbH
    Bei diesem Bauvorhaben war die Fa. Kulmer Bau GesmbH & Co KG (Baumeister) sowie die Kulmer Holz-Leimbau GesmbH (Zimmermeister) zuständig. Neben der großteils klassischen aber auch modernen Ausführung kommt vor allem die Überdachung sowie die Dachuntersicht mit Lärchenholz sehr gut zur Geltung.

    Gartengestaltung:
    Edler Josef Gartenzentrum
    Das Edler Josef Gartenzentrum sorgte für die pflegeleichte Hangbepflanzung mit Geranium rozanne, die immer blüht.

    Lehmputz:
    Pro Lehm Frauwallner GmbH & Co KG

    Elektroinstallationen:
    Elektro Josef Leitner GmbH
    Die Planung und Ausführung der gesamten E-Installation wurde durch die Firma Elektro Josef Leitner GmbH ausgeführt. Das Gebäude wurde mit KNX Technologie ausgestattet - einer intelligenten Gebäudeautomation, mit welcher jede Art von elektrischem Verbraucher einfach und zeitnah bedient werden kann.

    Stahlbau:
    Stahlbau Grasch GmbH
    Die Firma Stahlbau Grasch GmbH war beim Projekt Villa K für die Ausführung der Stahlbauarbeiten zuständig.

    Schlosser Geländer:
    Schlosserei-Metallbau Gölles/Holzer GmbH
    Für die Metallarbeiten der Geländer war die Firma Schlosserei-Metallbau Gölles/Holzer GmbH zuständig.

    Baumaterialien:

    Infinity Pool: 
    Steirerpool - ISOTEC Schwimmbäder Gesellschaft m.b.H. 

    Heizkamin:
    Wolf Gesellschaft m.b.H.
    Für Gemütlichkeit und Wärme in der Villa K sorgt der Heizkamin von der Firma Wolf Gesellschaft m.b.H.

    Technische Informationen:

    Konstruktion 

    Konstruktiv steht die Villa auf einer durchgängigen, leicht auskragenden Bodenplatte im Hang. Darauf wurde das Gebäude in Massivbauweise im Wärmedämmverbundsystem, bestehend aus 25 cm starken Ziegelwänden mit vorgesetzter Mineralwolldämmung, errichtet. Die Innenwände wurden ebenfalls massiv in Ziegel errichtet und wie die Fassade weiß verputzt.
    Um die teilweise beachtlichen Spannweiten und die Dachauskragungen bis zu 3,5 m statisch zu überbrücken, wurden im Bereich der Wohnraumverglasung zarte Stahlstützen gesetzt und das Haupttragwerk des Dachstuhls aus Stahl ausgeführt. Innenseitig wurde im Bereich der Dachschräge eine weiß gestrichene Installationsebene für die Deckenleuchten vorgesetzt. Die innenliegende Dachentwässerung befindet sich im Bereich des Dachübergangs von Steildach zu Flachdach, wurde an der Außenwand überdämmt und damit nicht sichtbar in den Boden geführt.

    Haustechnik

    Die gesamte Villa wird mit einer Fußbodenheizung, die über eine Luftwärmepumpe betrieben wird, beheizt. Der Wohnraum wird zusätzlich mit der milden, gleichmäßig abgegebenen Strahlungswärme eines im Haus zentral positionierten Kachelofens, der den Eingangsbereich vom Wohnraum abtrennt, erwärmt.

    Galerie

    Klare und präzise Kanten und gut geplante Materialübergänge zeigen deutlich die Handschrift des Architekturbüros LOVE. (Foto: Tamara Frisch)
    Klare und präzise Kanten und gut geplante Materialübergänge zeigen deutlich die Handschrift des Architekturbüros LOVE. (Foto: Tamara Frisch)
    Der Infinity Pool, der kantenlos bzw. bei dem die Kanten abgesenkt ausgeführt wurde, ist in das Terrassenplateau integriert. (Foto: Tamara Frisch)
    Der Infinity Pool, der kantenlos bzw. bei dem die Kanten abgesenkt ausgeführt wurde, ist in das Terrassenplateau integriert. (Foto: Tamara Frisch)
    Die Beschattung der eingeschnittenen Loggia, die in der Verlängerung des Entrees liegt, erfolgt über Holzbalken, die mit der Dachschräge verlaufend horizontal verlegt wurden. (Foto: Tamara Frisch)
    Die Beschattung der eingeschnittenen Loggia, die in der Verlängerung des Entrees liegt, erfolgt über Holzbalken, die mit der Dachschräge verlaufend horizontal verlegt wurden. (Foto: Tamara Frisch)
    Die deutliche lineare Gebäudekontur des Ortgangs, der Traufe sowie die Linie der Plattform betonen die Horizontale und setzen ein markantes Zeichen in der Landschaft. (Foto: Tamara Frisch)
    Die deutliche lineare Gebäudekontur des Ortgangs, der Traufe sowie die Linie der Plattform betonen die Horizontale und setzen ein markantes Zeichen in der Landschaft. (Foto: Tamara Frisch)

     

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    Autor: DaiBau Magazin

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