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    Notstromversorgung für Einfamilienhäuser: Notstromaggregat und Photovoltaik

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    Die ständige Nutzung von strombetriebenen Geräten ist aus unserem Alltag schon lange nicht mehr wegzudenken. Trotz der Stabilität der Stromversorgung in Österreich sind Stromausfälle auch hierzulande möglich. Für die meisten Menschen ist dies einfach nur ärgerlich, doch wenn Sie im Home-Office arbeiten oder jemand im Haushalt auf elektrisch betriebene medizinische Geräte angewiesen ist, darf es zu keinem Stromausfall kommen. Und wenn ein Schneesturm die Stromversorgung zeitweise lahmlegt, funktioniert auch die Heizung nicht mehr. Deshalb ist es durchaus sinnvoll, das eigene Zuhause mit einer Notstromversorgung auszustatten. Dies kann mithilfe eines Notstromaggregats oder durch eine Nachrüstung der Photovoltaikanlage erfolgen.
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    Text: Urška Vogrin

    1. Ist Notstrom überhaupt sinnvoll?

    Modernes Leben ist ohne die ständige Nutzung elektrischer Energie gar nicht denkbar. Ob Licht, Kühlschrank oder Unterhaltungselektronik – die meisten Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs benötigen elektrischen Strom. Zudem hat sich in den letzten Jahren eine nicht zu vernachlässigende Anzahl von Menschen langfristig auf Home-Office eingestellt, sodass sich ein Stromausfall zu Hause auch auf die Arbeit auswirkt. Im Winter tritt noch ein zusätzliches Problem auf, da die Heizungspumpe und andere Komponenten der Zentralheizung ohne Strom nicht funktionieren. Und wenn die Temperaturen im Haus sinken, können Frostschäden schwerwiegende Folgen anrichten.

    Wir haben uns alle so sehr an die ständige Verfügbarkeit von Strom gewöhnt, dass die meisten von uns gar nicht an die Möglichkeit eines Blackouts denken, doch tatsächlich ist diese Möglichkeit nicht auszuschließen. Insbesondere dann, wenn Sie wichtige oder sensible Geräte besitzen, die nicht ausfallen dürfen (z. B. wenn jemand im Haushalt auf elektrisch betriebene medizinische Geräte angewiesen ist), wenn Sie unabhängig sein wollen oder einfach nur ein sicheres Gefühl haben möchten, lohnt es sich, in Notstromversorgung zu investieren. Mithilfe eines Notstromsystems wird Ihr Haushalt auch bei einem Stromausfall (etwa im Falle eines Leitungsausfalls aufgrund eines Schneesturms) weiterhin mit Strom versorgt. Notstrom-Installationen in Einfamilienhäusern werden in der Regel mit Photovoltaikanlagen und/oder Notstromaggregaten errichtet.

    Expertenrat des Unternehmens AKKURAT Haustechnik e.U.

    Welche Notstrom-Generatoren eignen sich für ein Einfamilienhaus?

    Auf dem Markt sind hunderte Produkte erhältlich, in allen Preis- und Leistungsklassen - aber seien Sie gewarnt: zur Versorgung eines Einfamilienhauses kommt nur ein sehr kleiner Teil dieser Menge in Frage. Ganz vorneweg: Lassen Sie die Finger von billigen Okkasionsgeräten (meist chinesischer Herkunft), die zwar durchaus funktionstüchtig sein mögen, aber primär als Baustellen-Generatoren zum Betreiben von Elektrowerkzeugen dienen, wie Bohrhämmer, Winkelschleifer und Beleuchtungen.

    Was macht einen Generator für den Gebrauch im Haushalt tauglich?

    Maßgeblich für den Einsatz im Haushalt ist die Wellenform des vom Generator erzeugten Wechselstroms. Idealerweise ist dieser Strom, ebenso wie jener aus unserem Netz, sinusförmig. Dafür kommen drei Typen in Frage:

    • AVR (ist gut und in den meisten Fällen ausreichend)
    • D-AVR („Digital AVR“, ist besser als AVR und kommt dem Ideal sehr nahe)
    • Inverter (das Non-plus-ultra, mit der Qualität eines PV-Wechselrichters)

    Mit Geräten, die keiner dieser Reglertypen entsprechen, riskieren Sie die Beschädigung bis zur Zerstörung von empfindlichen modernen Haushaltsgeräten, angefangen vom TV-Gerät über Ceranfelder bis zur Wasch- und Geschirrspülmaschine.

    Ein weiterer wichtiger Aspekt zur Auswahl des Geräts ist sein Verbrennungsmotor - genauer gesagt: die Abgasnorm, die sein Motor erfüllt. Motorenhersteller im NRMM-Sektor (Non-Road Mobile Machinery), deren Geräte in Europa vertrieben werden, sind seit 01.01.2020 verpflichtet, saubere Motoren zu bauen, die der Abgasnorm "Stage V (5)" entsprechen und weniger Schadstoffe ausstoßen.

    Herr Bergholz, AKKURAT Haustechnik e.U.

    2. Notstromaggregat

    2.1 Was ist ein Notstromaggregat?

    Ein Notstromaggregat (auch Notstromerzeuger oder mobile Netzersatzanlage genannt) ist ein Gerät zur Stromerzeugung, das Kraftstoff (meist Benzin) in elektrische Energie umwandelt. Notstromaggregaten bestehen aus einer Antriebseinheit (z. B. Verbrennungsmotor) und einem Generator (Energieerzeuger). Das Gerät wird im Falle eines Ausfalls der regulären Stromversorgung eingesetzt, um die elektrischen Verbraucher im Haushalt zu versorgen. Das Notstromaggregat wird über einen Notstrom-Umschalter an den Hausstromkreis angeschlossen, was im Einklang mit den geltenden Vorschriften erfolgen muss (Anlagen zur Stromerzeugung sind in der Regel genehmigungspflichtig).

    2.2 Welche Arten von Notstromaggregaten gibt es?

    Notstromaggregate unterscheiden sich hinsichtlich der Art des verwendeten Kraftstoffs. Die gängigste Variante sind Notstromaggregate, die einen Verbrennungsmotor besitzen, der mit Benzin oder Diesel betrieben werden. Der in einem Tank gespeicherte flüssige Kraftstoff steht dem Generator jederzeit zur Verfügung. Die zweite Variante sind gasbetriebene Notstromaggregate – vor allem in größeren Anlagen kommen häufig auch Gasturbinen zum Einsatz. Die dritte Möglichkeit sind Notstromaggregate mit Batterien bzw. Akkumulatoren, die aber aufgrund ihrer eingeschränkten Stützungszeit eine schlechte Wahl darstellen. Es gibt aber auch kombinierte Geräte, die sowohl eine Batterie als auch einen Verbrennungsmotor besitzen, sodass im Falle eines Stromausfalls die Stromversorgung zunächst durch die Batterie und anschließend durch den Motor gewährleistet wird.

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    Ein Notstromaggregat mit Inverter ist eine gute Option für die Notstromversorgung eines Einfamilienhauses.

    Die empfehlenswerteste Variante ist jedoch ein Notstromaggregat mit Inverter, der Gleichstrom in Wechselstrom umwandelt und eine reine, gleichbleibende Sinusspannung erzeugt. Der so erzeugte Strom besitzt Haushaltsstrom-Qualität und ist für Elektrogeräte völlig sicher, da er keine gefährlichen Spannungsschwankungen erzeugt, die einen Kurzschluss auslösen könnten. In einem Stromgenerator mit Inverter-Technik laufen Verbrennungsmotor und Generator unabhängig voneinander, weshalb sie mit unterschiedlichen Frequenzen arbeiten. Dadurch kann das Notstromaggregat die Motordrehzahl der benötigten Energiemenge (im Teillastbetrieb) an den Bedarf anpassen. Dies führt wiederum zu einem geräuschärmeren Betrieb und zu einem geringeren Kraftstoffverbrauch. Letzteres ist der Grund dafür, dass Notstromaggregate mit Inverter über einen längeren Zeitraum Strom erzeugen können als andere Modelle.

    3. Notstrombetrieb mit Photovoltaik (PV)

    3.1 PV-Notstrom: nur mit Nachrüstung

    Bei Photovoltaikanlagen geht es grundsätzlich darum, Strom für den Haushaltsgebrauch selber zu produzieren und unabhängig vom öffentlichen Stromnetz zu sein (der Strom, den man nicht selbst verbraucht, wird sogar ins öffentliche Netz eingespeist). Notstrombetrieb mit Photovoltaik ist daher ein naheliegender Gedanke. Viele Menschen wissen jedoch nicht, dass Notstromversorgung durch Photovoltaik nicht automatisch funktioniert. Bei einem Stromausfall wird nämlich auch der Wechselrichter der Photovoltaikanlage nicht mehr mit Strom versorgt und somit abgeschaltet. Die Aufgabe des Wechselrichters besteht darin, den von den Solarmodulen bereitgestellten Gleichstrom in Wechselstrom für den Haushalt umzuwandeln, sodass bei einer Abschaltung des Geräts die gesamte Photovoltaikanlage praktisch nutzlos wird. Für die Notstromfunktion ist also eine Nachrüstung der Anlage erforderlich.

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    Um eine Photovoltaikanlage notstromfähig zu machen, ist eine Nachrüstung erforderlich.

    3.2 Nachrüstung der Photovoltaikanlage

    Um eine Photovoltaikanlage notstromfähig zu machen, muss sie mit einem notstromfähigen Wechselrichter und einem notstromfähigen Batteriespeicher nachgerüstet werden. Dann kann im Falle eines Netzausfalls der zwischengespeicherte Solarstrom aus dem Stromspeicher als Notstrom genutzt werden. Dies kann beispielsweise durch einen separaten Anschluss für den Wechselrichter oder die Installation einer sog. Backup-Box erfolgen. Im Batteriespeicher steht aber selbstverständlich nur eine begrenzte Menge an Energie zur Verfügung, weshalb damit nur die wichtigsten Geräte versorgt werden sollten. Bei einer Nachrüstung wird deshalb individuell festgelegt, welchen Geräten eine entsprechende Priorität eingeräumt wird. Es ist aber darauf hinzuweisen, dass die Nachrüstung der Photovoltaikanlage mit der Notstromfunktion zwar größtmögliche Unabhängigkeit bietet, dafür aber sehr aufwändig, wirtschaftlich nicht immer sinnvoll und außerdem nicht für jedes Bauwerk realisierbar ist.

    Fachartikel 1002
    Autor: Daibau Magazin

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