Im Bereich

    Schalldämmung: Schallschutz für Decke und Wand

    Dieser Artikel wurde bereits von 1171+ Nutzern gelesen
    Jeder, der schon mal in einem schlecht schallgedämmten Mehrfamilienhaus oder in der Nähe einer lauten Straße gewohnt hat, kennt die Bedeutung einer guten Schalldämmung. Lärm, der durch Dach, Decke oder Fußboden dringt, kann den Wohnkomfort stark beeinträchtigen. Doch was macht guten Schallschutz aus?
    Fachartikel 1171
    schalldaemmung schallschutz
    Wir haben 1858 Auftragnehmer im Bereich Fassaden:

    1. Wieso ist guter Schallschutz so wichtig?

    Im 21. Jahrhundert ist Lärm leider unvermeidbar. Dies gilt oftmals sogar für das eigene Zuhause, das eigentlich eine sichere, ruhige und stille Umgebung und einen Rückzugsort darstellen sollte, in dem man in Ruhe und Frieden ausspannen kann. In schlecht schallgedämmten Wohnungen und Häusern kann die Lärmbelastung sehr hoch sein, was sich auf das psychophysische Befinden der Menschen auswirkt. Ganz besonders störend ist Lärm bei Nacht, weil er den Schlaf stört. In den letzten Jahren ist dadurch, dass viele Menschen coronabedingt im Homeoffice arbeiten, noch ein weiterer Aspekt hinzugekommen: Schlechter Schallschutz stellt jetzt nicht nur ein Problem für das Privatleben, sondern auch für die Arbeitsumgebung dar. Zum Glück gibt es viele infrage kommende Lösungen, mit denen die Schalldämmung an Decken und Wänden verbessert werden kann, wobei man sich allerdings bewusst sein muss, dass man im städtischen Umfeld nirgendwo vollkommene Ruhe finden kann.

    Hochwertige Schalldämmung sorgt für eine lärmfreie Umgebung, in der man konzentriert arbeiten und ruhig schlafen kann.

    2. Schalldämmung gegen Schallübertragung

    2.1 Ausbreitung von Luftschall

    Grundsätzlich kann sich Schall auf zwei Arten durch Wände und Geschossdecken bzw. durch den Baukörper ausbreiten. Bei der ersten Art handelt es sich um Schallausbreitung durch die Luft. Dabei treffen die Schallwellen auf Wände und Trenndecken, durch die sie sich in die Nachbarräume ausbreiten. Auf diese Weise breiten sich Sprechlaute und Geräusche von elektronischen Geräten, Haushaltsgeräten und anderen Geräten (z. B. Waschmaschine oder Heizgerät) aus. Natürlich breiten sich auch Geräusche aus der Umgebung des Hauses als Luftschall aus.

    2.2 Schallschutzwände verhindern auch Trittschallübertragung

    Die andere Art der Schallübertragung ist die Trittschallübertragung. Trittschall entsteht, wenn die Schallquelle in direktem Kontakt mit der Gebäudekonstruktion steht (etwa beim Begehen oder beim Aufschlag von Gegenständen) und breitet sich nur teilweise als Luftschall, vornehmlich aber als Körperschall (in festen Stoffen sich ausbreitender Schall) aus. Trittschall ist oft noch störender und intensiver als Luftschall und lässt sich auch kaum vermeiden, da er bei alltäglichen Tätigkeiten entsteht, meist beim Auftreten auf den Boden oder als Aufschlag- bzw. Aufprallgeräusch von Gegenständen (z. B. beim Versetzen von Möbeln). Zu beachten ist, dass auch Installationen in Wänden durch ihre leichten Vibrationen eine Quelle für Körperschall darstellen. Besonders störenden Körperschall verursachen weniger alltägliche Situationen, wie z. B. eine zwei Stockwerke tiefer stattfindende Wohnungsrenovierung, deren Geräusche man so stark wahrnimmt, als befände sich ihre Quelle direkt nebenan.

    Die Dämmwirkung einzelner Bauteile wird durch das Schalldämmmaß R beschrieben (oft wird auch das Direkt-Schalldämm-Maß Rw angeführt) und in Dezibel (dB) angegeben.
    schalldaemmung.jpg
    Gute Schalldämmung ist der Schlüssel zum psychophysischen Wohlbefinden.

    3. Schalldämmung

    3.1 Schallschutz an Außenwänden

    Durch gute Schalldämmung lässt sich die Ausbreitung von Luftschall erheblich reduzieren, allerdings muss man wissen, wo diese anzubringen ist. Wenn der störende Lärm aus der Umgebung des Gebäudes kommt, muss an der Außenseite der Fassade eine zusätzliche Wärmedämmschicht angebracht werden, die nicht nur als Wärmedämmung, sondern auch als Schalldämmung dient. Die zweite Möglichkeit, sich vor Außenlärm zu schützen, ist der Einbau hochwertigerer Schallschutzfenster. Dabei handelt es sich um moderne Fenster mit extrem hohem Schallschutz, die beispielsweise in Hotels in der Nähe von Autobahnen eingebaut werden und die Schallübertragung aus der Umgebung ins Gebäudeinnere erheblich verringern. Achten Sie beim Fensterkauf auf die Spezifikationen im Produktdatenblatt (Schallschutzklasse) und lassen Sie sich vom Fensteranbieter beraten.

    3.2 Schallschutz und Schalldämmung im Gebäudeinneren

    Eine geeignete Maßnahme, um die Schallübertragung im Gebäudeinneren – also von Raum zu Raum – zu reduzieren, ist die Verwendung schallabsorbierender Materialien wie Textilien, Teppiche, Gardinen, Polsterungen, Pflanzen usw. Heutzutage sind auch spezielle schalldämmende Möbel erhältlich. Achten Sie darauf, alle Fugen an Bauelementen (Fenstern und Türen) richtig abzudichten, wozu Sie spezielle Schaumstoffe verwenden können. Zeigen diese Maßnahmen keine Wirkung, bedeutet das, dass die Wände unzureichend schallgedämmt sind. Diese müssen dann fachgerecht saniert und mit Schallschutz nachgerüstet werden, was einen großen baulichen Eingriff darstellt.

    Besonders problematisch sind Trennwände, die nicht starr mit Decke und Boden verbunden sind. In diesem Fall fungiert die Wand als Membran, die den Schall von einem Raum in einen anderen überträgt und es bleibt nichts Anderes übrig, als die Trennwand abzureißen und eine neue zu errichten (eventuell kann auch eine zusätzliche, leichte, entkoppelte Vorsatzschale eingebaut werden).

    Schwingungsübertragende Bauteile sowie Trennwände ohne Schallentkopplung werden als Schallbrücken bezeichnet. Starre Verbindungen von Bauteilen ermöglichen nämlich die Weiterleitung von Schallwellen (Körperschall), deshalb sollten beispielsweise abgehängte Decken nicht seitlich an die Raumwände anstoßen. Schallbrücken lassen sich oft nachträglich beseitigen oder zumindest reduzieren, etwa indem die übertragende Verbindung durch Einbau eines elastischen Trennmaterials zwischen den betreffenden Bauteilen unterbrochen wird.

    Wenn die Schallbrücke nicht saniert wird, bleiben auch aufwendige Maßnahmen zur Schalldämmung ohne Wirkung.

    4. Mindest-Schallschutz im Wohnbau

    Die Mindestanforderungen an den Schallschutz im Hochbau werden durch die ÖNORM B 8115-2 "Schallschutz und Raumakustik im Hochbau, Teil 2: Anforderungen an den Schallschutz" geregelt. Diese schreibt beispielsweise vor, dass die Trittschallübertragung von Treppenhäusern und Laubengängen bei höchstens 50 dB liegen darf.

    schallschutz-schlaggeraeusch.jpg
    Schalldämmung an Wänden verhindert die Übertragung Luft- und Körperschall.

    5. Schallschutz an Wänden

    Wie oben erwähnt, breitet sich Körperschall in festen Stoffen aus. Dabei gilt der Grundsatz: Je fester der Stoff, desto schwieriger die Körperschallausbreitung. Deshalb absorbiert eine kompakte Beton- oder Steinwand Geräusche viel besser als eine Porenbeton- oder Gipskartonwand (allerdings gibt es auch spezielle Schallschutzwände in Trockenbauweise). Die Schalldämmung von Wänden ist von entscheidender Bedeutung und muss noch vor Baubeginn geplant werden, da eine Nachrüstung kaum möglich ist. Doch worauf ist beim Schallschutz von (Trenn-)Wänden zu achten?

    • Zunächst ist darauf zu achten, dass die Wand fest in Boden und Decke eingespannt ist, damit sie nicht wie eine Membran schwingen kann. Eine bestehende Trennwand, die nicht fest eingespannt ist, muss abgerissen und neu gebaut werden, da eine nachträgliche Schalldämmung niemals den gewünschten Effekt erzielen würde.
    • Eine wichtige Rolle beim Schallschutz spielen Wanddurchbrüche. Diese müssen dicht verschlossen und mit elastischer Spachtelmasse oder speziellen Dichtungen abgedichtet werden. Wanddurchbrüche sollten bei der Gebäudeplanung möglichst vermieden werden, wo sie aber unvermeidbar sind, müssen entsprechende Maßnahmen zur Unterbindung der Schallübertragung durchgeführt werden.
    • Durch den Einbau einer zusätzlichen, leichten, entkoppelten Vorsatzschale kann die Schallübertragung um etwa das Vierfache reduziert werden. Die optimale Dicke einer solchen Vorsatzschale beträgt 5 cm, als Material kommen Gipskartonplatten, Spanplatten oder Faserzementplatten infrage. Sehr gut geeignet sind auch Holzfaserplatten. Zwischen der Vorsatzschale der bestehenden Wand muss ein mindestens 5 cm breiter Freiraum ausgeführt werden. Die Verankerung der Schale erfolgt mittels Leisten, die auf einem elastischen Material, beispielsweise Neopren, verlegt werden müssen.

    6. Schalldämmung von Decke und Fußboden

    Die Schalldämmung von Wänden dient hauptsächlich dazu, die Ausbreitung von Luftschall zu unterbinden, bei Geschossdecken und Fußböden stellt dagegen Trittschall das größte Problem dar. Trittschall entsteht beim Begehen des Fußbodens, noch stärker ist er beim Laufen. Zudem sind Geräte wie Waschmaschinen eine Quelle von Körperschall. Betonplatten und Ziegeldecken sind von sich aus nicht trittschalldämmend, deshalb bietet sich das Aufbringen eines schwimmenden Estrichs als gute Lösung an. Meistens wird ein mikroarmierter Estrich aufgebracht, der in einer Dicke von 3 bis 5 cm auf EPS- oder XPF-Platten gegossen wird. Um seinen Zweck effektiv erfüllen zu können, muss der Estrich durch eine Schaumfolie von den Wänden getrennt werden. Alle Rohre und Durchbrüche für Installationen, die durch den Estrich geführt werden, müssen mit einem elastischen Band umgeben werden.

    7. Fazit

    Schalldämmung erfordert hochwertige Materialien und Systeme, die fachgerecht eingebaut werden müssen. Um die gewünschte Wirkung zu erzielen, ist fachgerechte Montage von entscheidender Bedeutung. Bei der Herstellung von Schallschutz im Innenraum darf man sich nicht nur auf Wände, Decken und Fußböden konzentrieren – auch Fenster, Türen, Lüftungsöffnungen und Elektroinstallationen spielen eine wichtige Rolle. Wenn Sie Schalldämmung im Innenraum benötigen, finden wir für Sie gerne passende Auftragnehmer.

    Fachartikel 1171
    Autor: Daibau Magazin

    Wie nützlich fanden Sie den Artikel?


    Warum Daibau nutzen, um einen guten Auftragnehmer zu finden?

    Ich würde anderen Kunden raten eben auch auf diese Plattform zu gehen, weil Ich damit sehr gute Erfahrungen gemacht habe und das eigentlich relativ schnell geht. Auch die Ausführung hat dann super geklappt.
    24 217Kundenbewertungen
    Das Bewertungssystem ist geschlossen, nur ein Benutzer, der eine Anfrage gestellt hat, kann eine Firma bewerten, so dass es keine falschen Bewertungen von Unternehmen gibt.
    13 779 Bauunternehmen

    Ideen für die Gestaltung Ihres Zuhauses

    Magazin mit frischen Ideen und Tipps unserer Autoren für die Gestaltung Ihres Zuhauses.

    Suchen Sie zuverlässige Handwerker im Bereich Fassaden?

    Wir haben 1858 Auftragnehmer im Bereich Fassaden:

    Kostenlose Anfrage
    Auftragnehmer mit Kundenbewertungen
    Keine Provision
    Wir haben 1858 Auftragnehmer im Bereich Fassaden
    8.9
    0

    M S Beschichtungs GmbH


    8.9
    0

    Heinzle Spenglerei GesmbH & Co KG


    8.9
    1

    Johann Jager GmbH


    8.9
    1

    FENSTER- UND TÜRENWELT GENNER GMBH


    AGB I Datenschutzerklärung I Information über Cookies I Impressum
    © 2023 Daibau® | Alle Rechte vorbehalten