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    Terrasse abdichten und Balkon dämmen

    Wie dämmt man Balkon oder Terrasse richtig? Und wie wird die Abdichtung angebracht? Wenn Balkon oder Terrasse nicht fachgerecht gebaut bzw. saniert worden sind, wirkt sich das negativ auf den Wohnkomfort im Innen- und Außenbereich des Gebäudes aus. Dämmung und Abdichtung können auf verschiedene Weise ausgeführt werden, doch in jedem Fall sind dazu erfahrene Fachkräfte erforderlich. Falsche Ausführung kann nämlich zahlreiche Probleme zur Folge haben, wie beispielsweise die Entstehung von Wärmebrücken.
    Fachartikel 54
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    1. Terrasse oder Balkon dämmen

    1.1 Wieso ist Balkondämmung so wichtig?

    Die Dämmung des Balkons stellt eine besondere technologische Herausforderung dar, da es sich beim Balkon um eine bauliche Verlängerung der Geschossdecke (Stahlbetondecke) handelt, die sich von innen nach außen fortsetzt. Natürlich wissen wir alle, was das bedeutet: Entweder muss der innere Teil der Geschossdecke vom äußeren thermisch getrennt sein, oder der äußere Teil muss ausgiebig durch Wärmedämmung geschützt werden. Eine nicht fachgerecht ausgeführte Wärmedämmung des Balkons (oder der Terrasse) führt zur Bildung von Wärmebrücken, die aus bautechnischer Sicht unzulässig sind.

    1.2 Schlechte Balkondämmung

    Wie oben erwähnt, hat schlechte Wärmedämmung des Balkons das Auftreten von Wärmebrücken zur Folge. Sehen wir uns jetzt an, warum dies so ein großes Problem darstellt. Eine Wärmebrücke (umgangssprachlich auch Kältebrücke genannt) ist Bereich in der Gebäudekonstruktion, der eine höhere Wärmeleitfähigkeit besitzt als die angrenzenden Bereiche. Wärmebrücken treten auf, wenn die Details, die Berührungsflächen zwischen unterschiedlichen Materialien oder die Wärmedämmung fehlerhaft ausgeführt wurden. Bei Balkon- oder Terrassendämmung ist meistens Letzteres der Fall. Wird der Balkon als Fortsetzung der Geschossdecke von innen nach außen ausgeführt wird, entsteht sofort eine Wärmebrücke. Wird diese nicht saniert und der Balkon nicht wärmegedämmt, gelangt die Wärme in diesem Bereich schneller aus dem Innenraum in die Umgebung.

    Das bedeutet, dass im Winter viel Wärmeenergie verloren geht und in der Folge die Heizkosten höher ausfallen. Deswegen machen Wärmebrücken den Betrieb des Gebäudes unwirtschaftlich und schaden sowohl der Umwelt (weil unnötig viel Energie verbraucht wird) als auch der Gebäudekonstruktion. Im Bereich von Wärmebrücken, also dort, wo die Balkondämmung schlecht angebracht oder überhaupt nicht vorhanden ist, kühlt das Bauteil schneller aus. Sobald dabei der Taupunkt unterschritten wird, fängt die in der Raumluft enthaltene Feuchtigkeit an, am Bauteil zu kondensieren.

    Dies begünstigt wiederum den Befall durch Wandschimmel im Innenraum und führt zum Eindringen von Feuchtigkeit in die Gebäudekonstruktion. Schimmel im Innenraum ist gesundheitsschädlich, während Feuchtigkeit in der Gebäudekonstruktion deren Verfall beschleunigt und zu schweren Schäden am Gebäude führen kann, durch die die Sicherheit der Bewohner gefährdet wird. Bei Holzkonstruktionen beginnt das Holz zu faulen und bei Betonkonstruktionen führt Feuchtigkeit zu Korrosion der Stahlbewehrung, was die Tragfähigkeit der Stahlbetonplatte erheblich reduziert.

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    Fachgerecht ausgeführte Balkondämmung.
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    Nicht fachgerecht ausgeführte Balkondämmung – Entstehung einer Wärmebrücke.

    2. Terrasse und Balkon dämmen – Ausführung

    2.1 Bestandteile eines Balkons

    Grundsätzlich besteht der Balkon aus einer Stahlbeton-Balkonplatte, die allseitig von Wärmedämmplatten (meist XPS-Dämmplatten) umgeben ist. Dies ist der Fall, wenn die Balkonplatte eine Erweiterung der Geschossdeckenplatte darstellt. Durch den Einbau einer Wärmedämmung unter der Stahlbeton-Balkonplatte wird die Entstehung einer Wärmebrücke verhindert. Die Alternative liegt in der Verwendung eines Isokorbs (Wärmedämmelement von Schöck).

    2.2 Balkon dämmen – die klassische Variante

    Auf klassische Weise gebaute Balkone bestehen aus einer Balkonplatte aus Stahlbeton, die unmittelbar mit der Geschossdecke verbunden ist. Bei dieser Bauweise muss die Balkonkonstruktion von allen Seiten (Ober-, Unter und Randseite) gedämmt werden, damit keine Wärmebrücken auftreten, die Wärmeverluste und hohe Heizkosten nach sich ziehen würden. Nur auf diese Weise kann die Wärmedämmung des Balkons einwandfrei ausgeführt werden. Die obere Wärmedämmschicht aus XPS muss ein Gefälle aufweisen, damit Regenwasser ungehindert von der Bodenfläche des Balkons (meistens Keramikfliesen, Waschbetonplatten oder Holz) abfließen kann. Leider fällt bei dieser klassischen Dämmweise die Balkonplatte am Ende sehr dick aus, was architektonisch und ästhetisch nicht erwünscht und ggf. für das Gesamtbild des Gebäudes störend sein kann.

    2.3 Wärmedämmung mit Isokorb (Schöck)

    Am einfachsten ist es, den Balkon mit einem Isokorb zu dämmen. Hierbei handelt es sich um ein tragendes Wärmedämmelement des Herstellers Schöck Bauteile, mit dem sich Wärmebrücken an auskragenden Bauteilen verhindern lassen. Ein Isokorb besteht aus einer Wärmedämmung und einer Stahlbewehrung, die mit der Geschossdecke (ebenfalls aus Stahlbeton) verbunden wird, wobei die Bewehrungsstäbe mit Beton zugegossen werden. Dadurch wird eine vollständige Wärmedämmung hergestellt, ohne dass der ganze auskragende Balkonteil mit Wärmedämmung verkleidet werden müsste. Mithilfe eines Isokorbs lassen sich Balkone mit minimaler Dicke herstellen, was vom architektonischen Standpunkt aus besonders wünschenswert ist. Der Isokorb besitzt eine vergleichbare Tragfähigkeit wie Stahlbetonplatten, weshalb auch tragende Wände darauf aufgestellt werden können. Die Tragfähigkeit wird durch Bewehrungsstäbe sichergestellt, die zubetoniert werden.

    Der Hauptnachteil einer solchen Balkon- oder Terrassendämmung ist der hohe Preis. Da es sich beim Isokorb um eine sehr fortschrittliche Technologie handelt, die eine vollständige Wärmedämmung des Balkons ohne zusätzliche Dämmschichten ermöglicht, ist der Preis natürlich wesentlich höher als der Preis einer klassischen Balkondämmung.

    3. Wie stark sollte die Balkondämmung sein?

    3.1 Die Balkondämmung sollte der Gebäudedämmung entsprechen

    Die Dicke bzw. Stärke der Balkondämmung sollte nach Möglichkeit der Stärke der Wärmedämmung an der Fassade des Gebäudes entsprechen oder – wenn nicht genügend Raum vorhanden ist – zumindest annähernd gleich stark sein. Gerade das Anbringen der Wärmedämmung auf der Oberseite der Stahlbeton-Balkonplatte stellt das Hauptproblem bei den meisten Balkonsanierungen dar. Der Grund dafür liegt darin, dass die Aufbauhöhe durch die Balkontür eingeschränkt ist.

    3.2 Eingeschränkte Aufbauhöhe

    Die eingeschränkte Aufbauhöhe für die Dämmschichten auf der Oberseite des Balkons stellt in der Regel das größte Problem bei Balkonsanierungen dar. Die Aufbauhöhe ist durch die Höhe des Bodens im Innenraum begrenzt. Der Balkonboden darf nicht höher liegen als der Boden im Innenraum. Falls die zur Verfügung stehende Höhe nicht ausreicht, um die gleiche Dämmstärke auszuführen wie bei der Fassadendämmung, wird eine Wärmedämmstärke von mindestens 5 cm empfohlen.

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    Terrassenabdichtung ist genauso wichtig wie Flachdachabdichtung.

    4. Terrassenabdichtung

    4.1 Muss die Terrasse unbedingt abgedichtet werden?

    Die Terrasse ist genau wie ein Flachdach der Einwirkung von Niederschlagswasser ausgesetzt, weshalb sie immer abgedichtet werden muss. Voraussetzung für eine gute Abdichtung ist ein Gefälle von 1 bis 2°, damit das Wasser in Richtung der Regenrinnen abfließen kann (auch dies haben Terrasse und Flachdach gemeinsam).

    4.2 Die Terrassenabdichtung gleicht der Flachdachabdichtung

    Das Verfahren zur Terrassenabdichtung ist dasselbe wie bei einem Flachdach, außer dass die Terrasse im Gegensatz zum Flachdach immer begehbar ist, sodass die Abdichtung unter einem abschließenden Terrassenbelag verborgen liegt. Auch der Schichtaufbau ist in beiden Fällen ähnlich. Ist die Terrasse auskragend, wird es mit der Wärmedämmung kompliziert (beide oben beschriebenen Dämmmethoden kommen infrage). Bei der Abdichtung gibt es aber grundsätzlich keine Probleme.

    5. Terrasse abdichten – aber richtig

    Die Terrassenabdichtung wird auf einer Wärmedämmschicht verlegt. Um ungehindertes Abfließen von Regenwasser zu ermöglichen, muss die Wärmedämmschicht ein Gefälle aufweisen. Eine Balkonabdichtung besteht im Regelfall aus zwei Lagen Polymerbitumenbahnen. Die erste Lage (selbstklebende Bahnen) wird ohne Flämmen direkt auf die Wärmedämmung verlegt. Anschließend wird die zweite Lage in Form von Schweißbahnen verlegt (geflämmt).

    5.2 Die Terrassenabdichtung muss absolut dicht sein

    Es ist wichtig, dass die beiden Lagen Bitumenbahnen gut miteinander verschweißt werden. Weil die Terrassenabdichtung aus mehreren, nebeneinander verlegten Bitumenbahnen besteht, müssen diese auch seitlich gut miteinander verbunden sein, damit sie wasserundurchlässig sind. Genau wie eine Flachdachabdichtung besteht auch die Terrassenabdichtung in der Regel aus Bitumen.

    5.3 Vertikale und horizontale Abdichtung

    Die Terrassenabdichtung geht aus der Horizontalen in die Vertikale über und legt sich über die Wärmedämmung der Außenwand oder die Schwelle der Balkontür. Darum ist es sehr wichtig, dass die Terrassenabdichtung am Übergang von der Horizontalen zur Vertikalen durch einen Knick erfolgt – das heißt, dass sie in einem Winkel von weniger als 90° ausgeführt wird, um die Abdichtungsbahnen nicht zu zerreißen. Die Vertikalabdichtung muss mindestens 15 cm die endgültige Höhe des Balkonbodens ragen.

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    Eine fachgerecht ausgeführte Flachdachabdichtung besteht aus zwei miteinander verschweißten Lagen Bitumenschweißbahnen.

    6. Und die Balkonabdichtung?

    Manche Menschen glauben, dass ein Balkon nicht wärmegedämmt werden müsse, wenn sich im darüber liegenden Geschoss ebenfalls ein Balkon befindet, der wie eine Art Traufe wirkt. Dies könnte nicht weiter von der Wahrheit entfernt sein. Regen fällt fast niemals in einem Winkel von 90° auf den Boden und insbesondere bei windigem Wetter oder starkem Regen muss man damit rechnen, dass eine große Menge Regenwasser auch auf dem unteren Balkon landet. Daher ist es unbedingt notwendig, den Balkon in gleicher Weise abzudichten, wie es im Kapitel über die Terrassenabdichtung beschrieben wurde.

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    Autor: DaiBau Magazin
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