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    Dachvorsprung verkleiden und streichen

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    Ein Dachvorsprung oder Dachüberstand ist jener Teil des Daches, der über die Außenwand des Gebäudes hinausragt. Der Dachvorsprung hält als konstruktiver Fassadenschutz einen beträchtlichen Teil des Niederschlags von der Außenwand fern und spendet im Sommer Schatten, wodurch er einer Überhitzung der oberen Geschosse vorbeugt. Überdies ist er ein optisch auffälliges Gestaltungs- und Stilmittel mit einem eigenen ästhetischen Wert. Heutzutage ist es üblich, den Dachvorsprung zu verkleiden und einen Dachkasten zu errichten. Das meistverwendete Material ist Holz, das jedoch in regelmäßigen Abständen gestrichen werden muss.
    Fachartikel 8453
    Dachvorsprung Dachüberstand
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    1. Funktion des Dachvorsprungs

    Der Dachvorsprung ist der Teil des Daches, der über die Mauerkante hinausragt. Er verläuft an der Giebelseite des Gebäudes am Ortgang und an der Längsseite an der Traufe (Abschlusskante des Daches). In seiner Funktion ähnelt er einer Hutkrempe: Er bietet Schutz vor Witterungseinflüssen und spendet Schatten. Die Hauptfunktion des Dachvorsprungs besteht darin, Niederschlag von den Außenwänden fernzuhalten. Wenn die Fassade ständig von Regen, Schnee und Hagel getroffen wird, entstehen bald sog. Tropfnasen auf der Wand und im Fassadenputz bilden sich feine Risse, durch die Feuchtigkeit eindringt, was einerseits die wärmedämmende Wirkung der Fassade beeinträchtigt und andererseits Schimmelbefall begünstigt. Bei Gebäuden mit Holzfassaden kann bei einem großzügigen Dachvorsprung unter Umständen sogar auf Holzschutzmittel verzichtet werden. Zudem verhindert der Dachüberstand als Sonnenschutz eine Innenraumüberhitzung in den oberen Geschossen. Allerdings muss man hinzufügen, dass diese Funktion in neuester Zeit aufgrund stärkerer Gebäudedämmungen an Bedeutung verloren hat.

    2. Dachüberstand: ja oder nein?

    2.1 Traditionelle Bauformen mit Dachüberstand

    Bei traditionellen Bauformen sind vor allem im Alpenraum besonders weite Dachüberstände üblich, die nicht nur die Fassade schützen, sondern auch die Fläche vor dem Haus schneefrei halten (so kann man auch bei schweren Schneefällen das Haus ohne größere Probleme verlassen und unmittelbar am Gebäude aufgeschichtete Brennholzstapel bleiben relativ trocken). Beim Bauen in südlichen Ländern fällt dagegen der Sonnenschutz stärker ins Gewicht.

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    Bei traditionellen Häusern im Alpenraum sind besonders weite Dachüberstände üblich.

    2.2 Bauen ohne Dachvorsprung

    Im Gegensatz dazu schließen in der modernen Architektur Dach und Fassade oft bündig ab. In solchen Fällen müssen bei der Hausplanung entsprechende Maßnahmen vorgesehen werden, mit denen die Nachteile des fehlenden Dachvorsprungs ausgeglichen werden (witterungsbeständiger und schmutzabweisender Außenputz, wetterfeste Holz-Alu-Fenster usw.). Prinzipiell ist jede Dachform mit und ohne Dachüberstand möglich, doch vor allem Satteldach oder Walmdach ohne Dachüberstand können sich als problematisch erweisen, da bei diesen Dachformen die Dachrinnen innerhalb oder auf dem Mauerwerk liegen, was im Falle von Undichtigkeiten zu Problemen wie Riss-, Schimmel- und Wärmebrückenbildung führen kann. Ob Sie einen Dachüberstand wollen oder nicht, ist letztlich Geschmackssache – es sei denn, die Breite des Dachüberstands und die Traufhöhe sind im Bebauungsplan Ihrer Gemeinde vorgegeben.

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    Bei modernen Gebäudeentwürfen wird oft auf den Dachvorsprung verzichtet.

    2.3 Dachüberstandverlängerung

    Bei Bestandsbauten wird manchmal auch nachträglich eine Dachüberstandverlängerung durchgeführt. Im Regelfall lässt sich das Dach um ein bis zwei Dachpfannenreihen erweitern. Dazu werden an der vorhandenen Lattung Bolzen befestigt, die als Dachsparrenverlängerung dienen. Die Sparrenkonstruktion muss also nicht komplett ausgetauscht und das Dach nicht abgedeckt werden. Eine Dachüberstandverlängerung ist beispielsweise bei älteren Dächern ohne Dachüberstand vor dem Anbringen eines Wärmedämmungsverbundsystems (WDVS) notwendig, da das WDVS anderenfalls zu viel Aufmaß bekommen würde. Diese Maßnahme ist jedoch ziemlich kostenintensiv. Darüber hinaus stellt sie eine große zusätzliche Belastung für das Dach dar, weshalb dafür immer eine Sicherheitsberechnung durch einen Statiker und oft auch eine Genehmigung erforderlich ist.

    3. Dachüberstand verkleiden – Dachkasten bauen

    3.1 Was ist ein Dachkasten?

    Zahlreiche, vor allem ältere Gebäude (z. B. traditionelle Landhäuser) besitzen Dachüberstände mit sichtbaren Sparren- und Pfettenköpfen, wobei der sichtbare Bereich zwischen den Sparren verbrettert ist. Bei neueren Gebäuden ist es jedoch üblich, den Dachüberstand zu verkleiden, sodass der Raum zwischen der Außenwand und den Sparren geschlossen wird. So entsteht ein waagerechter Dachkasten (fachlich Gesimskasten genannt).

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    Dachüberstand mit sichtbaren Sparrenköpfen.

    3.2 Funktion des Dachkastens

    Der Dachkasten ist aus bautechnischen Gründen immer sinnvoll. Ein Dachvorsprung bietet nämlich bei Sturm eine große Angriffsfläche für den Wind. Außerdem können Vögel und anderes Getier von unten in das Dach gelangen, wo sie die Dachdämmung beschädigen und die Fassade mit ihrem Kot verschmutzen. Optisch finden einige Menschen den Dachkasten ansprechend, andere bevorzugen Dachüberstände mit sichtbaren Sparren- und Pfettenköpfen. Beim Dachkasten bietet sich zusätzlich die Möglichkeit, Außenbeleuchtung für das Haus einzubauen.

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    Ein modernes Haus mit einem Dachkasten, der sich perfekt in das Gesamtbild des Gebäudes einfügt. Auf der linken Seite ist unauffällig eingebaute Außenbeleuchtung zu sehen.

    3.3 Materialien für den Dachkasten

    Standardmäßig wird der Dachkasten mit Holz errichtet, in der Regel mit Nut- und Feder-Brettern, manchmal auch mit anderen Holzbaustoffen wie etwa mitteldichten Holzfaserplatten (MDF-Platten oder Profilbrettern). Holzverkleidungen sind günstig und lassen sich einfach anbringen, müssen aber regelmäßig gestrichen werden. Eine Kunststoffverkleidung ist nur wenig teurer, dafür aber praktisch wartungsfrei und zudem auch UV- und witterungsbeständig. Die dritte Möglichkeit ist eine Verkleidung aus Aluminium, die zwar vollkommen wartungsfrei und besonders haltbar, aber auch sehr teuer und aufwändig zu montieren ist (deshalb wird sie äußerst selten angewandt).

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    Herstellung eines Dachkastens: Befestigung einer Kunststoffverkleidung an einer Unterkonstruktion aus Holz.

    4. Dachvorsprung streichen

    4.1 Dachvorsprünge aus Holz

    Die meisten Dachvorsprünge bestehen heutzutage aus Holz. Um die Lebensdauer von Überstand und Dachkasten zu verlängern und deren ansprechende Optik aufrechtzuerhalten, ist regelmäßiges Streichen erforderlich. Grundsätzlich ist für den Dachvorsprung jeder Anstrich geeignet, der für den Außenbereich gedacht ist. Auf jeden Fall sollte der Anstrich witterungsbeständig sein, gleichmäßig decken, möglichst wenig ausbleichen und das Holz auch konservieren und gegen Verwitterung schützen.

    4.2 Geeignete Anstriche

    Holz im Naturton kann mit farblosem Holzschutzlack in geeigneter Qualität (ausreichender Bläue- und Verwitterungsschutz) gestrichen werden. Dünnschichtlasuren sind besser geeignet als Dickschichtlasuren, da sie weniger abblättern und vor einem neuerlichen Streichen nicht abgekratzt werden müssen. Wenn der Dachvorsprung aus kesseldruckimprägniertem Holz besteht, können günstigere Farben oder Lacke verwendet werden, da bereits die Vorbehandlung im Druckkessel für vergleichsweise gute Witterungsfestigkeit und sehr guten Bläueschutz sorgt. Der Erstanstrich wird oftmals in weißer Farbe oder als durchsichtige Lasur aufgetragen, während bei Neuanstrichen die Farbe verändert werden kann.

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    Autor: DaiBau Magazin
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