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    Mauertrockenlegung nach mechanischem Verfahren

    Zur Mauertrockenlegung gibt es laut ÖNORM drei anerkannte Verfahren: das elektrophysikalische, das chemische und das mechanische Verfahren. Beim mechanischen Verfahren wird eine horizontale Sperrschicht ins Mauerwerk eingesetzt, um dieses vor aufsteigender Feuchtigkeit zu schützen. Es gibt es mehrere Variationen dieses Verfahrens. Besonders effektiv ist das Einsetzen von Plastomerbitumenbahnen in eine gesägte Trennfuge. Diese Bitumenbahnen lassen sich auch mit einer horizontalen oder vertikalen Bauwerksabdichtung zu einer schwarzen Wanne verbinden.
    Fachartikel 364
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    1. Mauertrockenlegung bei feuchten Gebäuden

    Feuchtigkeit, die in das Mauerwerk eines Gebäudes eindringt, verursacht verschiedene Schäden. Zum einen werden mit dem Wasser häufig auch Salze transportiert oder aus dem Mauerwerk ausgewaschen – wenn die Salze dann auskristallisieren, können Mörtel und Verputz gesprengt werden. Zum anderen ist feuchtes Mauerwerk durch die frostbedingte Dehnung gefährdet, die im äußersten Fall die Mauer zum Einsturz bringen kann. Außerdem verschlechtert die hohe Luftfeuchtigkeit das Raumklima und begünstigt Schimmelbildung. Letztendlich führt feuchtes Mauerwerk auch zu einem höheren Energieverbrauch.

    Bei der Sanierung eines feuchten Mauerwerks muss einerseits die eingedrungene Feuchtigkeit entfernt und andererseits die Ursache für die Durchfeuchtung gefunden und beseitigt werden, da sich anderenfalls das Problem mittelfristig wiederholen würde. Mauertrockenlegung ist jedoch ein in bautechnischer Hinsicht sehr kompliziertes und oft auch kostspieliges Unterfangen. Besonders teuer wird es dann, wenn man als uninformierter Laie Pfuschern aufsitzt, die einem viel Geld abknöpfen, mit ihren zweifelhaften Methoden aber nicht selten mehr Schaden als Nutzen verursachen. Deshalb ist es besonders wichtig, die Trockenlegung eines feuchten Mauerwerks kompetenten Experten anzuvertrauen, die das nötige Know-how besitzen und genau wissen, was sie tun.

    2. Mauertrockenlegung nach ÖNORM

    Nach ÖNORM B3355 sind für die Trockenlegung von feuchtem Mauerwerk drei unterschiedliche Verfahren geeignet: das elektrophysikalische Verfahren, das chemische Verfahren und das mechanische Verfahren. Welche Methode in einem konkreten Fall am geeignetsten ist, entscheidet der Fachmann vor Ort. Ausschlaggebend ist dabei vor allem die Ursache der Durchfeuchtung: defekte Regenrinnen, eine undichte Wasserleitung, Kondensationsfeuchte, kapillar aufsteigende Feuchtigkeit usw.

    Das elektrophysikalische Verfahren wird auch Elektroosmoseverfahren genannt. Die Grundlage dafür ist ein physikalisches Phänomen, bei dem sich Wassermoleküle in einem elektromagnetischen Feld in eine bestimmte Richtung lenken lassen und deshalb zurück in Richtung Erdreich transportiert werden können. Bei der Durchführung dieses Verfahrens werden mithilfe von Elektroden auf der Mauer oder eines elektrischen Feldes (Funkwellen) die Wassermoleküle am Aufsteigen gehindert. Im unteren Teil der Mauer wird eine negative Ladung angebracht, im oberen Teil hingegen eine positive. Nach Anlegen der Spannung (erforderlich sind mindestens 50 Volt) sollte das Wasser nach unten wandern. Obwohl dieses Verfahren anerkannt ist und häufig angewandt wird, ist es unter Experten umstritten.

    Das zweite anerkannte Verfahren ist das chemische Verfahren, das auch Injektionsverfahren genannt wird. Bei diesem Verfahren werden kleine Löcher ins Mauerwerk gebohrt, durch die ein chemisches Injektionsmittel bzw. eine Injektionsflüssigkeit in die Mauer eingebracht wird. Die Bohrlochöffnungen werden meistens rasterförmig in zwei oder mehr Reihen angelegt. Die Abstände zwischen den Bohrlöchern betragen in der Regel 10 bis 20 cm und die Löcher werden in einem Winkel von etwa 30 bis 40° gebohrt. Die Injektionsflüssigkeit muss auf die Zusammensetzung des Mauerwerks abgestimmt sein und sich gleichmäßig im Mauerwerk verteilen, damit sie einen durchgehenden Sperrriegel bilden kann. So wird eine durchgehende Horizontalsperre erzeugt, die als Schutz gegen kapillar aufsteigende Bodenfeuchtigkeit dienen soll.

    Das dritte anerkannte Verfahren ist das mechanische Verfahren, das in Abschnitt 8.2 der ÖNORM B3355 beschrieben wird.

    Expertenrat des Unternehmens Neubauer Bau GmbH

    Welche Vorteile bietet das mechanische Verfahren der Mauertrockenlegung im Vergleich zum chemischen?

    Bei einem mechanischen Verfahren zur Mauertrockenlegung, handelt es sich um eine Absolutsperre, das heißt es wird nachträglich eine hochwertige Bitumenbahn in das Mauerwerk eingebracht und somit die kapillar aufsteigende Feuchtigkeit zu 100% unterbunden.

    Bei einem chemischen Verfahren handelt es sich um eine Relativsperre, das heißt es werden verschiedene Materialien mit oder ohne Druck in ein Bohrloch eingebracht. Laut Untersuchungsbericht der TU Wien wird die kapillar aufsteigende Wirkung zwischen 60 und 80% unterbunden. Die Lebensdauer ist ebenfalls begrenzt. 

    Wie wird die mechanische Methode ausgeführt? Bringt das mechanische Verfahren auch irgendwelche Risiken und Nachteile mit sich?

    Bei der mechanischen Methode wird mit einer Mauerfräse bei Ziegelmauerwerk oder einen Diamantseil bei Misch,- und Steinmauerwerk ein Schnitt hergestellt, dieser wird anschließend gereinigt und sehr wichtig ist in weiterer Folge das kraftschlüssige schließen der Restfuge, die muss mit einem speziellen Spritzbeton kraftschlüssig durchgeführt werden.

    Risiken sind aufgrund von erforderlichen statischen Berechnungen im Vorfeld und die Einhaltung dieser Vorgaben so gut wie keine.

    Ein Nachteil ist, eventuell die mit den Arbeiten verbunden Staubentwicklung im Zuge der Arbeiten.

    Herr Neubauer, Neubauer Bau GmbH

    3. Mauertrockenlegung: mechanisches Verfahren

    Das mechanische Verfahren zur Mauertrockenlegung wird manchmal auch Durchschneideverfahren genannt, weil dabei das Mauerwerk durchtrennt und eine Horizontalsperre gegen Feuchtigkeit eingebracht wird.

    3.1 Durchschneiden der Mauer

    Zuerst muss das Mauerwerk waagrecht vollständig durchtrennt werden, was mithilfe von Schwert-, Seil-, Ketten- oder Kreissäge bzw. Mauerfräse ausgeführt wird. Bei besonders hartem Mauerwerk kommt eine Seilsäge mit Diamantsägeseil zum Einsatz. So wird ein waagerechter Spalt (Schnitt- bzw. Trennfuge) geschaffen. Hierbei ist äußerste Vorsicht geboten, denn beim Anlegen der Fuge besteht die Gefahr von Setzungen oder anderen negativen Einflüssen auf die Standfestigkeit des Gebäudes. In die Trennfuge wird eine Horizontalsperre eingesetzt. Zuvor muss die Fuge jedoch gereinigt werden (mechanische Reinigung und Reinigung mit Druckluft). Anschließend müssen die Unebenheiten der Schnittfuge ausgeglichen werden, was meistens mit einem Betonglattstrich erreicht wird.

    3.2 Einsetzen der Horizontalsperre

    Es gibt mehrere Möglichkeiten, eine Horizontalsperre einzulegen. Die erste Variante ist das Errichten einer Sperrschicht aus Edelstahlblech in Wellenform. Dazu ist eine durchgehende Mauerfuge (Mörtelfuge) notwendig, in welche die spitzen und gewellten Edelstahlbleche mittels Vibration direkt hineingetrieben werden. Der Vorteil dieses Verfahrens besteht darin, dass es in einem Arbeitsschritt und ohne die oben erwähnten Sägearbeiten durchgeführt werden kann, wodurch die Setzungsgefahr minimiert wird.

    Falls jedoch keine durchgehende Mauerfuge vorhanden ist (dies ist etwa bei altem, unregelmäßigem Steinmauerwerk der Fall), kann auf das Durchsägen des Mauerwerks nicht verzichtet werden. Als Sperrschicht werden meist glasfaserverstärkte Polyesterplatten oder Plastomerbitumenbahnen verwendet. Dieses Verfahren ist für Mauern jeder Stärke geeignet und mit der Diamantsäge können sogar Betonmauern durchgesägt werden. Auch Einschlüsse anderer Baustoffe (z. B. Eisen) stellen kein Hindernis dar. Der durch das Sägen verursachte Schaden am Mauerwerk fällt sehr gering aus.

    Ein zur Ausführung der Sperrschicht besonders gut geeignetes Material sind Bitumenbahnen aus Plastomerbitumen (PYP). Diese bestehen aus Destillationsbitumen (Primärbitumen), das mit ataktischem Polypropylen (APP) modifiziert ist (thermoplastische Kunststoffe). Plastomerbitumenbahnen sind außerordentlich beständig und werden auch als Dachbahnen zur (Flach-)Dachabdichtung eingesetzt. Bei einer Mauertrockenlegung werden sie etwa 10 cm überlappend in die Trennfuge eingesetzt und mit einem Bitumenkaltkleber verklebt. Eine solche bituminöse Sperrschicht hat auch den Vorteil, dass sie mit einer horizontalen oder vertikalen Bauwerksabdichtung zu einer sog. schwarzen Wanne verbunden werden kann.

    3.3 Schließen der Fuge

    Nach dem Einsetzen der Sperrschicht muss die Trennfuge wieder vergossen und verpresst werden, damit ein Kraftschluss zum darüber liegenden Mauerwerk hergestellt wird. Dazu wird meist Spritzbeton im Torkret-Verfahren aufgetragen. Beim Torkret-Verfahren, das auch im Tunnelbau verwendet wird, werden die Komponenten (Zement und Zuschlagsstoffe) trocken transportiert, bevor sie befeuchtet und an die gewünschte Stelle gespritzt werden. So erhält man eine sehr effektive Horizontalsperre, die das darüber liegende Mauerwerk vor Feuchtigkeit schützt.

    Fachartikel 364
    Autor: DaiBau Magazin
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