Türen streichen, Türrahmen streichen: so geht's

    Türen werden stark beansprucht, weshalb sich daran mit der Zeit Gebrauchsspuren wie Dellen, Kratzspuren der Haustiere oder auch Griffspuren an den Seiten zeigen. In solchen Fällen ist das Streichen der Tür eine günstigere Lösung als eine Neuanschaffung. Doch das Streichen selbst ist nur ein Teil der Arbeit. Die Tür muss zuerst für den Anstrich vorbereitet werden: Aushängen, Entfernen des Altanstrichs, ggf. Grundierung usw. Das Streichen muss fachgerecht ausgeführt werden, um einen gleichmäßigen und gut deckenden Neuanstrich zu erhalten.
    Fachartikel 194
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    1. Vorbereitung

    Beim Streichen bzw. Lackieren von Holztüren sind auch kleine Missgeschicke später deutlich sichtbar, deshalb sind ordentlich durchgeführte Vorarbeiten sehr wichtig. Die Tür muss zuerst ausgehängt werden, weil sie sich in eingebautem Zustand nur schwer bearbeiten lässt. Türen können schwerer sein, als sie wirken, und wenn sie aus den Angeln gehoben werden, darf man sie nicht verkanten. Deshalb sollte das Aushängen einer Tür am besten von zwei Personen erledigt werden. Das Türblatt wird waagrecht auf zwei Malerböcke platziert, auf denen es sich bequem schleifen und lackieren lässt. Zwischen Türblatt und Böcken werden weiche Tücher, Folie, Karton oder Schaumstoff geklemmt, damit auf der unterseitigen Türoberfläche keine Macken und Schrammen entstehen können. Der Boden wird mit Malervlies, Abdeckfolie oder alten Zeitungen abgedeckt. Der Raum muss nicht nur genügend Platz, sondern auch staubfrei und gut belüftet sein.

    Alle Teile, die nicht lackiert werden sollen (Schilder, Aufkleber, Türgriffe und ggf. Scharniere) müssen abmontiert werden. Falls einige Teile nicht abmontiert werden können (z. B. Glaselemente), sollten sie mit Malerkrepp ausgeklebt werden, um sie vor Farbspritzern zu schützen.

    2. Vorreinigen und Schleifen

    Damit eine Tür gestrichen, lackiert, lasiert oder geölt werden kann, muss ihre Oberfläche sauber, fettfrei und staubfrei sein. Nur so kann der Lack gut haften. Deshalb wird die Tür mit einem Tuch und einem milden Reinigungsmittel abgewaschen. Hartnäckige Fettflecken können z. B. mit Brennspiritus entfernt werden. Dann muss man die Tür trocknen lassen.

    Wenn man den alten Lack vollständig entfernen wollte, müsste man die Tür eigentlich abbeizen. Doch das ist nicht notwendig, weil der alte Lack nicht störend ist – er muss jedoch gründlich angeraut werden, damit der neue Lack gut haften kann. Wenn jedoch der alte Lack abblättert oder löchrig ist und sich beim Anrauen ganze Lackschuppen lösen, ist er nicht mehr tragfähig und muss vollständig entfernt werden. Dies kann etwa mithilfe spezieller Schleifmaschinen (z. B. Exzenterschleifer) durchgeführt werden.

    Große Flächen werden mit einem Schleifklotz oder einem Schwingschleifer abgeschliffen. Kassetten und Zierleisten sollten dagegen nur mit einem Schleifpapier und immer in Längsrichtung bearbeitet werden. Für diese Arbeit ist auch ein Schleifvlies sehr gut geeignet, weil es sich auch unregelmäßigen Konturen gut anpasst und die Schleifarbeiten an solchen Stellen deutlich einfacher macht. Der Lack in den Rillen und an den Erhebungen wird von allen Seiten aufgeraut. Das Schleifen erfolgt zuerst mit grobem Schleifpapier und danach werden immer feiner werdende Körnungen verwendet, damit keine Riefen auf der Oberfläche zurückbleiben. Vor jedem neuen Schleifgang muss der Schleifstaub entfernt werden. Beim Schleifen muss man sehr darauf achten, gleichmäßig zu arbeiten, also stetig mit leichtem Druck in Richtung der Maserung zu schleifen.

    Falls die Oberfläche Dellen oder andere deutliche Beschädigungen aufweist, lassen sich diese mit Holzspachtel ausbessern. Nach dem Auftragen wird die Spachtelmasse sauber abgezogen und die Tür nach der Trocknung nochmal glatt geschliffen, wobei ein Schleifpapier mit sehr feiner Körnung verwendet werden sollte.

    Nach dem Schleifen muss die Tür sorgfältig gereinigt werden. Etwaige Fingerabdrücke werden mit einem fett- und silikonlösenden Reiniger entfernt. Staub- und Schleifpartikel werden mit einem nebelfeuchten Tuch abgewischt, da verbleibender Staub im Nachhinein Unregelmäßigkeiten hinterlässt. Wenn eine Seite der Tür fertig vorbehandelt ist, wird das Verfahren auf der anderen Seite wiederholt.

    Expertenrat des Unternehmens Malermeister Zauner

    Was sollte beim Lackieren einer Tür besonders beachtet werden? Welche Arbeitsschritte gehören zum Prozess dazu?

    Das wichtigste bei einem Renovierungsanstrich einer Innentür mit Wasserlack ist die Vorarbeit. Zu schützende Bauteile sollten entweder entfernt oder gut abgedeckt werden. Die Altbeschichtung gehört angeschliffen, und zwar ohne tiefe Schleifspuren zu hinterlassen. Schäden werden je nach Größe mit Polyesterkitt oder Acrylkitt (kleine Unebenheiten) gekittet. Die so vorbereitete Fläche muss gut abgestaubt werden und gegebenenfalls entfettet werden. Sollte es rohe Holzstellen geben, muss ein isolierender Grundanstrich auf diese Stellen appliziert werden. Anschließend kann die Fläche 2-3-mal mit Wasserlack beschichtet werden, die Wahl des richtigen Werkzeugs ist dabei sehr wichtig.

    Welche Lackarten eignen sich am besten für Türen? Wieso?

    Am besten eignet sich im Innenbereich ein PU verstärkter Wasserlack, wobei wichtig ist, dass dieser Handschweißresistent ist. Richtig verarbeitet ergibt der Wasserlack eine schöne seidenmatte bis glänzende Oberfläche und die schnelle Trocknung ist ein großer Vorteil.

    Herr Zauner, Malermeister Zauner

    3. Grundierung

    Die Grundierung bildet die Basis einer Lackierung, denn sie sorgt für eine gute Haftung und verbessert die Deckkraft. Allerdings muss nicht immer grundiert werden. Falls die Tür bereits lackiert ist, muss sie meistens nur, wie oben beschrieben, angeraut werden. Wenn jedoch eine ursprünglich dunkle Holztür weiß gestrichen werden soll, muss zuerst eine weiße Grundierung aufgebracht werden, damit die Farbe auch ausreichend deckt. Diese Grundierung dient zum einen als erster Deckanstrich, zum anderen verbessert sie die Haftung der Farbe, die deswegen später nicht abblättert. Am besten ist es, eine Grundierung auf Wasserbasis zu verwenden, um unangenehme Gerüche zu vermeiden und die Natur zu schonen.

    Das Grundieren wird auf die gleiche Weise ausgeführt wie das spätere Lackieren: kleine Flächen oder Kanten werden mit einem breiten Flachpinsel gestrichen, während große Flächen bequem mit einer Lackierrolle bestrichen werden können. Anschließend lässt man die Grundierung vollständig trocknen, worauf man die Oberfläche nochmals leicht anraut und anschließend säubert. Die Grundierung muss gut trocknen, bevor mit dem Lackieren begonnen werden kann.

    4. Tür streichen

    Nun kann endlich der eigentliche Anstrich aufgetragen werden. Der Lack wird mit einem Hölzchen gründlich durchgerührt und etwas davon in eine Farb- oder Lackierwanne gegeben. So kann man ihn mit der Lackierrolle aufnehmen. Um Farbüberschüsse zu entfernen, wird die Rolle auf dem geriffelten Teil der Wanne etwas abgerollt. Sie muss nämlich gleichmäßig mit dem Lack benetzt, aber nicht tropfnass sein.

    Zuerst sollten die kleinen Flächen, Ecken und Ränder des Türblatts lackiert werden. Dann werden die durchgehenden großen Flächen mit der Rolle bzw. Walze gleichmäßig mit dem Lack eingerollt. Das Lackieren sollte entlang der Holzmaserung erfolgen. Um den Lack optimal zu verschichten, kann man anschließend auch quer zur ersten Streichrichtung streichen, wozu man allerdings keinen neuen Lack aufnehmen sollte. Die Arbeit muss zügig, gleichmäßig und nass in nass durchgeführt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass nicht zu viel Farbe auf einer Stelle aufgetragen wird, weil sonst Farbnasen entstehen. Den Lack muss man gut trocknen lassen, bevor man die Tür umdreht und die Rückseite lackiert.

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    Für ein professionelles Ergebnis sollte der Lack dünn aufgetragen werden (ein dicker Anstrich wird ungleichmäßig und kann Pinselspuren zeigen), dafür sollte man zwei oder drei Farbschichten auftragen. Falls beim ersten Anstrich Farbnasen entstanden sind, werden sie abgeschliffen und das entstandene kleine Loch in der Farbschicht geschlossen. Jede Farbschicht muss trocknen, bevor die nächste aufgetragen wird. Als letzte Schicht kann ein Klarlack zum Einsatz kommen, der die Oberfläche zusätzlich schützt und der Farbe optisch mehr Tiefe verleiht.

    Bevor man die Tür wieder einhängt, sollte man den Lack vollständig durchtrocknen lassen, denn wenn die Tür zu früh geschlossen wird, kann der frisch gestrichene Lack mit dem Türrahmen verkleben (vor allem, wenn auch dieser gestrichen wurde).

    Einige Handwerker bevorzugen das Streichen in vertikaler Lage, weil dadurch die Handhabung einfacher, die Staubbildung geringer und das Oberflächenbild schöner werden kann. Dazu hängen sie vor dem Streichen die Tür wieder ein und festigen sie mit einem Holzkeil oder etwas Ähnlichem, damit sie offen steht und sich beim Streichen nicht bewegt.

    5. Türrahmen streichen

    Auch an Türrahmen zeigen sich mit der Zeit Abnutzungserscheinungen: verblasste oder abgeblätterte Farbe, unschöne Kerben oder abgestoßene Ecken. Beim Lackieren der Tür kann man auch den Rahmen streichen, damit das Aussehen nachher einheitlicher wird. Dazu sollte man nach dem Aushängen der Tür auch die Türdichtung am Rahmen entfernen: Die Gummidichtungen werden Strang für Strang aus den Türfalzen gezogen und aufbewahrt, um sie später wiedereinzusetzen. Anschließend werden die freien Flächen abgedeckt: Der Boden wird mit Malervlies geschützt, die direkt angrenzende Wand mit Malerkrepp abgeklebt. Bei Letzterem muss man sehr vorsichtig sein und zuerst prüfen, ob sich die Wandfarbe beim Entfernen des Malerkrepps löst. Sollte dies der Fall sein, muss man auf den Malerkrepp verzichten und stattdessen beim Streichen umso vorsichtiger vorgehen. Dann wird genau wie beim Türblatt abgeschliffen, d. h. gespachtelt, grundiert und letztendlich lackiert.

    Fachartikel 194
    Autor: DaiBau Magazin
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