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    Luftwärmepumpe: Funktionsweise und Preis der Luft-Wasser-Wärmepumpe

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    Mit dem Ausdruck Luftwärmepumpe wird eine Luft-Wasser-Wärmepumpe bezeichnet, welche unter Ausnutzung der thermischen Energie der Außenluft Heizwärme erzeugt. Luftwärmepumpen funktionieren auch bei Minusgraden, allerdings arbeiten sie am effizientesten, wenn es draußen heiß ist, weil dann der Temperaturunterschied zwischen Außenluft und Kältemittel am größten ist. Solche Wärmepumpen gibt es in kompakter Bauweise oder als Split-Anlagen. Weil Luftwärmepumpen sehr umweltfreundlich sind, wird ihr Einbau von Bund und Ländern gefördert.
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    Wärmepumpe-Luft-Wasser.jpg

    1. Luftwärmepumpe oder Luft-Wasser-Wärmepumpe

    Eine Luftwärmepumpe nutzt die thermische Energie der Umgebungsluft (d. h. erwärmte Außenluft) und wandelt diese in Heizwärme um. Die Bezeichnung „Luftwärmepumpe“ wird im Normalfall als Synonym für die Luft-Wasser-Wärmepumpe verwendet. Doch weil es daneben auch Luft-Luft-Wärmepumpen gibt, kann der Ausdruck Luft-Wärmepumpe bei Laien zu Missverständnissen führen. Deshalb wird in diesem Beitrag auch die Luft-Luft-Wärmepumpe erwähnt. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe nutzt die aus der Umgebungsluft gewonnene thermische Energie zur Erwärmung des Wassers, das anschließend in den Heizungskreislauf geleitet wird. Die Luft-Luft-Wärmepumpe erzeugt hingegen warme Luftströme, mit denen die Räumlichkeiten auf die benötigte Temperatur gebracht werden.

    2. Heizen mit der Luftwärmepumpe

    Wie funktioniert das oben Beschriebene genau? Als Erstes wird die Umgebungsluft über einen integrierten Ventilator angesaugt und in den Verdichter bzw. Kompressor (manchmal auch als Verdampfer bezeichnet) der Luftwärmepumpe geleitet. Im Kompressor überträgt sich die thermische Energie (Wärme) der aufgenommenen Umgebungsluft an ein Kältemittel, das unter Druck verdichtet und dabei erhitzt wird.

    Als Kältemittel werden z. B. Fluorkohlenwasserstoffe mit einem sehr niedrigen Siedepunkt eingesetzt. Bevor es in den Kompressor gelangt, fließt das Kältemittel durch Leitungen in der Wärmepumpe, wobei es eine sehr viel niedrigere Temperatur hat als die Außenluft. Dann wird das Kältemittel durch die thermische Energie der angesaugten Umgebungsluft erwärmt und zum Verdampfen gebracht.

    Das nun als Dampf existierende Kältemittel wird durch das Verdichten im Kompressor noch zusätzlich erhitzt, wodurch es ein hohes Temperaturniveau erreicht. Anschließend sorgt ein Wärmeüberträger bzw. Wärmetauscher (Verflüssiger) dafür, dass die Wärme an den Wasserkreislauf der Heizung abgegeben wird. Dabei kühlt sich das Kältemittel wieder ab und verliert anschließend durch das Expansionsventil den vorher aufgebauten Druck. Bei diesem Vorgang verflüssigt sich das Kältemittel wieder und der Kreislauf kann von Neuem starten.

    Luftwärmepumpe als Energiequelle
    Luftwärmepumpen nutzen die thermische Energie der Außenluft.

    Eine Luftwärmepumpe funktioniert auch bei niedrigen Außentemperaturen, allerdings verringert sich mit fallender Außenlufttemperatur ihre Effizienz, da im Betrieb der Luftwärmepumpe der Temperaturunterschied von Außenluft zum Kältemittel von entscheidender Bedeutung ist (je höher der Temperaturunterschied ist, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe). Die meisten Luftwärmepumpen funktionieren bis zu einer Außentemperatur von -20 °C. Zwar benötigt die Wärmepumpe bei sehr niedrigen Temperaturen mehr Energie (also Strom), doch dies hat keine Auswirkungen auf die abgegebene Heizwärme.

    3. Kühlen mit der Luftwärmepumpe

    Mit einer Luftwärmepumpe bzw. Luft-Wasser-Wärmepumpe lässt sich ein Haus nicht nur Heizen, sondern auch im Sommer abkühlen. Dies wird durch eine Umkehr der Funktionsweise der Wärmepumpe erreicht. Beim Kühlen ist es nämlich nicht die Außenluft, sondern die Raumluft, welcher die thermische Energie entzogen wird. Die Wärme wird an die Umwelt abgegeben und die Räume kühlen sich ab.

    4. Luft-Luft-Wärmepumpe

    Wie gesagt, ist mit dem Ausdruck Luftwärmepumpe in der Regel die Luft-Wasser-Wärmepumpe gemeint. Der Grund dafür besteht darin, dass die Luft-Luft-Wärmepumpe (diese wird auch Lüftungswärmepumpe genannt) deutlich weniger verbreitet ist. Sie eignet sich nämlich nur für Gebäude mit einer eingebauten Lüftungsanlage und kann außerdem nur geringe Energiemengen übertragen (deshalb wird sie überwiegend in Passivhäusern eingesetzt).

    Der Hauptunterschied zu anderen Wärmepumpen (Wasser-Wasser-, Luft-Wasser- und Sole-Wasser-Wärmepumpe) besteht darin, dass kein Kältemittel zum Einsatz kommt. Eine Luft-Luft-Wärmepumpe überträgt die thermische Energie nicht auf das Heizungswasser, sondern auf die Luft. Sie nimmt Wärme der verbrauchten Raumluft auf und überträgt sie auf die Zuluft. Die Übertragung findet mithilfe eines Plattenwärmetauschers statt, über den die angesaugte Außenluft geleitet wird. Zusätzlich wird zum Erwärmen der frischen Außenluft ein Zuluftnacherhitzer eingesetzt.

    Heizung und Klimaanlage
    Mit einer Luftwärmepumpe lässt sich das Gebäude sowohl heizen als auch kühlen.

    5. Kompakte Luftwärmepumpen und Split-Luftwärmepumpen

    Weil die Umgebungsluft eigentlich überall erschlossen werden kann, sind Luftwärmepumpen universell einsetzbar und besonders gut für die Sanierung älterer Gebäude und Heizungsanlagen geeignet. Der Einbau ist vergleichsweise einfach und sehr wirtschaftlich. Es gibt Modelle zur Innen- und zur Außenaufstellung (kompakte Luftwärmepumpen oder Monobloc bzw. Monoblock) sowie Split-Anlagen.

    5.1 Innenaufstellung

    Innen aufgestellte Luftwärmepumpen sind vor Witterungseinflüssen geschützt und fallen optisch nicht weiter auf. Die Zu- und Abluft muss allerdings über zwei separate Schläuche bzw. Luftkanäle geführt werden, bei denen es besonders auf fachgerechte Installation ankommt, da die Luftkanäle anderenfalls Schall übertragen oder sogar verstärken können. Die erforderlichen passgenauen Durchbrüche durch die Außenwände verteuern die Installation im Vergleich zur Außenaufstellung. Weil die Luftwärmepumpe auf einem ebenen Fundament aufgestellt werden muss, erfolgt die Aufstellung meistens im Keller auf Höhe oder unter der Geländeoberkante. Falls sie im Hauswirtschaftsraum im Untergeschoss aufgestellt werden soll, muss man bedenken, dass die Luftkanäle nicht in Richtung eines stark frequentierten Grundstückteiles weisen sollten. Manchmal werden Luftwärmepumpen auch auf dem Dachboden aufgestellt und die Luftkanäle durch das Dach geführt. In einem solchen Fall muss vor allem die Tragfähigkeit der Decke geprüft und die Schwingungsentkopplung sorgfältig geplant werden, um eine Schallübertragung (Körperschall) zu vermeiden (Holzdecken beispielsweise sind für die Aufstellung einer Luftwärmepumpe nicht geeignet).

    Wärmepumpe Luft-Wasser im Heizraum
    Zur Aufstellung im Innenraum ist der Keller am besten geeignet.

    5.2 Außenaufstellung

    Häufiger als im Innenbereich werden kompakte Wärmepumpen im Außenbereich aufgestellt. Die Wärme wird direkt im Außengerät erzeugt und anschließend über Zuleitungen in den Pufferspeicher im Heizraum des Hauses weitergeleitet. Bei einer Außenaufstellung muss der Aufstellungsort sorgsam ausgewählt werden, denn obwohl moderne Luftwärmepumpen sehr leise sind (im Durchschnitt etwa 45 dB), sollten sie nicht unter Schlafzimmerfenstern oder in direkter Nähe zum Nachbarn aufgestellt werden. Wenn die Luftwärmepumpe auf einem Abstand von etwa fünf Metern platziert wird, ist sie so gut wie nicht mehr zu hören.

    5.3 Split-Luftwärmepumpen

    Die meisten Luftwärmepumpen sind allerdings als Split-Anlagen aufgebaut. Bei dieser Bauweise sind die Ventilatoreinheit und die eigentliche Wärmepumpe getrennt aufgestellt und durch eine entsprechende Anbindeleitung miteinander verbunden. Der Ventilator wird außen platziert, die eigentliche Wärmepumpe hingegen im Hausinneren. Anders als bei Anlagen, die gänzlich im Außenbereich aufgestellt sind, müssen hier keine Leitungen für Wasser im frostgefährdeten Außenbereich verlegt werden. Erforderlich sind nur die Zu- und Ableitungen für das Kältemittel, das bei Minusgraden bereits seinen Siedepunkt erreicht und daher nicht einfrieren kann. Split-Anlagen werden im Regelfall direkt an der Hauswand angeschlossen, weshalb die Entfernung der Zuleitungen zum Heizraum sehr kurz ausfällt. Der Nachteil dieser Aufstellungsform liegt in den höheren Anforderungen an den Lärmschutz.

    Wärmepumpe Luft-Wasser
    Split-Anlagen werden im Regelfall direkt an der Hauswand angeschlossen.

    6. Preis

    Anschaffung und Installation sind bei Luft-Wasser-Wärmepumpen kostengünstiger als bei anderen Wärmepumpenarten. Durchschnittlich kosten Luftwärmepumpen von 13.000 Euro aufwärts. Natürlich muss man wissen, dass die Anschaffungskosten je nach Bauart variieren können. So sind außen aufgestellte Luftwärmepumpen etwas teurer als innen aufgestellte Luftwärmepumpen. Hinzu kommen die Einbaukosten, die meistens zwischen 2.000 und 4.000 Euro betragen. Die Kosten für den Einbau einer Fußbodenheizung (die Kombination einer Wärmepumpe und einer Fußbodenheizung ist sehr empfehlenswert) sind hier nicht mitgerechnet. Auch die Kosten für den Einbau bzw. die Installation sind von der Bauart abhängig. In Altbauten können darüber hinaus Umbauten erforderlich sein, die zusätzliche Kosten verursachen. Beim Betrieb der Luftwärmepumpe fallen dann lediglich Stromkosten an. Diese sind im Winter natürlich am höchsten, weil einerseits mit sinkender Außentemperatur der Stromverbrauch der Wärmepumpe ansteigt und andererseits im Winter die Heizung ständig läuft. Die Wartungskosten sind hingegen sehr gering, da die Luftwärmepumpe ausgesprochen wartungsarm ist.

    7. Förderung

    Der Einbau umweltschonender und emissionsfreier Luft-Wasser-Wärmepumpen in Neubauten und bereits bestehenden Häusern wird von Bund und Ländern mit Fördergeldern unterstützt. Bei den Landesförderungen handelt es sich um Zuschüsse von bis zu 6.000 Euro. Ausnahme ist die Stadt Wien, die sich, genau wie der Bund, prozentuell an den Einbaukosten beteiligt. Bei Luftwärmepumpen können Sie auch Förderprogramme der Energieunternehmen nutzen, aus denen Sie 120 bis 750 Euro erhalten können.

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    Autor: DaiBau Magazin
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