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    Bauen im Bestand: welche Aufgaben hat der Statiker?

    Der Tragwerksplaner (umgangssprachlich auch Statiker genannt) wirkt nicht nur beim Planen von Neubauten mit, sondern auch beim Bauen im Bestand. Zur Sanierungsplanung gehört nämlich auch eine Bestandsaufnahme der Statik. Der Statiker ermittelt, welche Bauteile marode sind und auszutauschen sind, und welche Teile nur statisch verstärkt werden müssen. Die Arbeit des Statikers garantiert Sicherheit, senkt die kosten und ermöglicht es, konkrete Sanierungsschritte zu planen.
    Fachartikel 352
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    1. Altbauten

    Altbauten besitzen einen ganz eigenen Charme, sie strahlen Gemütlichkeit und eine ruhige Atmosphäre aus und überzeugen mit günstigen Kaufpreisen. Doch nach dem Kauf ist meist eine Altbausanierung erforderlich. Beim Stichwort Altbausanierung fällt einem naturgemäß als Erstes die energetische Altbausanierung ein, doch um das Gebäude den Wünschen und Bedürfnissen seiner neuen Besitzer anzupassen, müssen auch Wände verschoben und ggf. andere kleinere Umbauten vorgenommen werden (sofern das nicht durch Denkmalschutzverordnungen untersagt ist). Bei diesen baulichen Eingriffen ist die Mitwirkung eines Statikers erforderlich.

    2. Planung der Altbausanierung

    Bei einer Altbausanierung sollte zur Sanierungsplanung neben einem Architekten auch ein Statiker herangezogen werden. Die Bestandsaufnahme der Statik ist ein Bestandteil der Planung, weil – anders als beim Neubau, bei dem Architekt und Statiker die Konstruktion komplett durchplanen und damit steuern – bei Sanierungsmaßnahmen statischer Bestand vorhanden ist.

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    Bei Altbausanierungen werden häufig Wände verschoben und kleinere Umbauten vorgenommen.

     

    Der Statiker berechnet auf Grundlage der Architektenpläne die notwendigen Materialeigenschaften und Querschnitte von tragenden Bauwerksteilen. Mithilfe seiner Berechnungen stellt er die nach dem Umbau erforderliche Tragfähigkeit der Bauteile fest. Baustatische Begutachtungen seitens eines Statikers sind unerlässlich, wenn z. B. Risse oder Setzungen an den Wänden zu sehen sind, wenn ein Umbau stattfinden soll, wenn tragende Bauwerksteile (Wände) entfernt oder verschoben werden sollen, wenn im Rahmen einer Sanierung Veränderungen an der Fassade oder am Grundriss vorgenommen werden sollen und auch dann, wenn Fenster vergrößert werden sollen (obwohl sich eine Fenstervergrößerung ziemlich harmlos anhört, wird dadurch die Wand dennoch verändert).

    Der Tragwerksplaner bzw. Statiker erstellt auch den Standsicherheitsnachweis, der ein Teil der sog. bautechnischen Nachweise ist. Dieser ist bei jeglichen Änderungen des bestehenden Tragwerkes und der bestehenden Tragwerksteile mit wesentlicher Lasterhöhung bei Neu-, Zu- und Umbauten (also Änderungen im Bestand) verpflichtend.

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    Auch vor einem Dachbodenausbau muss eine statische Berechnung erstellt werden.

    3. Sanieren ohne Statik

    Wenn nur der Innenraum saniert werden soll, kann in vielen Fällen auf eine Tragwerksplanung seitens eines Baustatikers verzichtet werden. Maßnahmen, die weitgehend risikofrei sind (d. h., wenn keine tragenden oder aussteifenden Bauteile betroffen sind), erfordern nämlich in der Regel keine Genehmigung seitens des Bauamtes und deshalb auch kein statisches Gutachten. Trotzdem sollte sicherheitshalber bei jedem Sanierungs- bzw. Umbauvorhaben die Meinung eines Statikers eingeholt werden, denn in einigen Fällen kann auch erst der Tragwerksplaner feststellen, ob die Baumaßnahme risikofrei ist, und somit eine Genehmigungsfreiheit erwirken. Besondere Vorsicht ist bei denkmalgeschützten Gebäuden geboten, da hier spezielle Auflagen gelten.

    4. Bestandsaufnahme der Statik

    Der Statiker führt zuerst eine Vorortbegehung durch (gewöhnlich gemeinsam mit dem Architekten), bei der er sich ein erstes Bild vom Zustand der Immobilie macht und beurteilt, wie mit dem Bestand in statischer Hinsicht am besten vorzugehen ist. Er ermittelt, welche Bausubstanzen marode sind und welche Bauteile lediglich einer Verstärkung benötigen. Marode Teile des Baubestandes sind nicht dazu geeignet, nach der Sanierung ihre Aufgaben weiterhin zu erfüllen, weshalb sie ausgetauscht werden müssen. Bauteile, die konstruktiv noch einwandfrei, aber statisch ungenügend sind, werden hingegen nach Möglichkeit nicht ausgetauscht, sondern nur statisch verstärkt.

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    Der Statiker ermittelt, welche Bauteile ausgetauscht, und welche lediglich verstärkt werden müssen.

    Der Statiker ist imstande, minimalste Risse an den Wänden und morsche Balken zu entdecken, die auf jeden Fall ausgebessert und gestärkt werden müssen. Durch seine statische Berechnung stellt er sicher, dass beim Anbau, Dachausbau, Wanddurchbruch oder Umbau die Standfestigkeit des Gebäudes durch die Veränderungen nicht überlastet wird. Die Arbeit des Statikers ist nicht nur aus Sicherheits‑, sondern auch aus Kostengründen notwendig, weil sich dadurch die benötigten Materialmengen besser berechnen und unnötige Sanierungsschritte vermeiden lassen. So kann z. B. der Einbau von sog. Angsteisen (Verstärkungen, die manchmal aus Unsicherheit als reine Vorsichtsmaßnahme eingebaut werden) vermieden werden.

    Nachdem die Immobilie bemessen und geprüft worden ist, können konkrete Sanierungsschritte geplant werden.

    5. Prüfstatiker

    Die Aufgabe des öffentlich bestellten Ingenieurs für Prüfstatik (Prüfstatiker) besteht darin, die zuvor vom Statiker oder Bauingenieur durchgeführten statischen Berechnungen, die zum Bauantrag dazugehören, auf ihre Übereinstimmung mit den Planungsunterlagen vom Architekten sowie deren Schlüssigkeit hin zu überprüfen. Der Prüfbericht ist häufig die letzte Unterlage, die zur Aushändigung der Benützungsbewilligung benötigt wird.

    Fachartikel 352
    Autor: DaiBau Magazin
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