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    Terrazzoboden schleifen

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    Terrazzoböden sind zwar langlebig und robust, doch mit der Zeit verlieren sie ihren Glanz und weisen auch Risse oder andere Beschädigungen auf. Dann wird der Terrazzo renoviert bzw. geschliffen und neu versiegelt. Doch auch ein neu verlegter Terrazzo wird geschliffen, damit die zu optischen Zwecken hinzugefügten Gesteinskörnungen sichtbar werden. Als Schleifmittel wird Diamant verwendet, geschliffen wird in mehreren Schleifgängen, zwischen denen die Poren mit einer Spachtelmasse verschlossen werden. Auf das Schleifen folgt die Imprägnierung der Bodenfläche.
    Fachartikel 1678
    terrazzo treppe

    1. Was ist ein Terrazzoboden?

    Ein Terrazzo ist ein Nassestrich-Boden, dem Naturstein-Bruchstücke beigemischt werden, um ihn optisch zu verschönern. Als Zuschläge werden meist Bruchstücke aus Marmor, Kalkstein oder Dolomit in Korngrößen von 5 mm bis höchstens 16 mm hinzugegeben. Diese Zuschlagstoffe werden mit Wasser, Pigmenten und Bindemitteln wie Kalk und Zement vermischt und wie ein Estrich auf den Unterboden aufgetragen. Nachdem der Terrazzo ausgehärtet ist, wird er geschliffen, um die Zuschläge dauerhaft sichtbar zu machen. Durch die Verwendung verschiedenfarbiger Steinsorten (einst waren auch Mosaiksteinmuster sehr modern) sowie durch die optionale Einfärbung des Estrich-Bindemittels sind vielfältige Terrazzo-Optiken möglich. Dieser prachtvolle Boden bringt mediterranes Flair in den Innen- oder Außenbereich. Er ist hoch tragfähig, langlebig und pflegeleicht. In die Jahre gekommene Terrazzo-Flächen, die ihren Glanz verloren haben und Risse oder andere Beschädigungen aufweisen, lassen sich schleifen, polieren und neu versiegeln, damit sie in neuem Glanz erstrahlen. Auch andere Natur- und Kunststeinböden werden auf ähnliche Weise geschliffen.

    2. Werkzeuge

    Bei der Steinbearbeitung wird als Schleifmittel Diamant eingesetzt. Diamant ist das härteste heute bekannte Material, weshalb Diamantwerkzeuge z. B. auch beim Schneiden und Bohren in Beton zum Einsatz kommen. Zum Schleifen von Stein wird Diamant erst seit den 50-er Jahren in größerem Ausmaß verwendet. Diamant besteht aus Kohlenstoff, der unter hohem Druck und hoher Temperatur eine kristalline Struktur angenommen hat. Allerdings kommt heutzutage überwiegend künstlicher Diamant (Industriediamant) zum Einsatz. In der Regel verwendet man als Schleifmittel Siliciumcarbid (eine künstlich hergestellte Verbindung von Silicium und Kohlenstoff), das viel härter ist als Korund.

    Terrazzo
    Die Gesteinskörnungen verleihen dem Terrazzo sein typisches Aussehen.

    Schleifen und Feinschleifen von Steinböden werden unter Verwendung von Schleifkörpern in Form von Ringen und Segmenten durchgeführt. Das erste wichtige Merkmal ist die Korngröße des Schleifmittels. Diese wird in Nummern angegeben, die sich auf die Maschenzahl je Zoll (2,54 cm) bei den jeweils verwendeten Sieben beziehen. Das heißt, je größer die Kornnummer, desto feiner die Korngröße des Schleifmittels. Das zweite wichtige Merkmal, das die Eigenschaften eines Schleifkörpers bestimmt, ist seine Härte. Damit ist nicht die Härte des Schleifmittels gemeint, sondern die Festigkeit der Einbindung des Schleifkorns im Schleifkörper.

    Expertenrat des Unternehmens REBUS Bodenschleiftechnik e.U.

    Welche Vorteile vom Bodenschleifen würden Sie hervorheben?

    Bodenschleifen bietet viele Vorteile, einige davon sind Pflegeleichtigkeit, Langlebigkeit und Fugenlosigkeit. Es wird vor allem im Industriebereich verwendet, über gewerbliche Bereiche bis hin zu Privatpersonen, Beispiele sind Hauszufahrten, Garagen, Gehwege, Terrassen, Stiegenhäuser, Wohnbereiche, Lagerhallen, Werkstätten, Autohäuser, Marktplätze und vieles mehr.

    Was ich besonders hervorheben würde ist, wenn noch kein Boden vorhanden ist, kann der Beton noch zusätzlich eingefärbt werden. Es können auch verschiedene Zuschlagstoffe hinzugefügt werden, damit ein besonderes Aussehen vom Beton- und Terrazzoboden erreicht werden kann. So können zum Beispiel Farben von grün, blau, orange, schwarz und noch viele mehr verwendet werden, aber auch die Gesteinsgröße kann dann noch ausgewählt werden.

    Was ist beim Schleifen von Terrazzoboden wichtig?

    Besonders wichtig ist die Vorarbeit des Einbauers, er muss die richtige Höhe einbauen und darauf achten, dass alle Bodeneinbauten mindestens 5mm überbaut sind, diese werden beim Schleifen wieder abgetragen. Beim Schleifen selbst wird zuerst mit einem Grobschliff begonnen um das Gestein freizulegen um eine homogene Fläche zu erhalten, danach wird mit immer feineren diamantschleifscheiben weitergearbeitet, bis die gewünschte Glätte und der Glanz erreicht sind.

    Während dieser Arbeiten ist es wichtig die Poren mit einer speziellen Spachtelmasse zu verschließen um eine porenfreie Fläche zu erhalten, auch die Kratzer der vorher verwendeten Schleifscheiben müssen weggeschliffen werden. Zuletzt folgt noch die Imprägnierung des Bodens um ihn schmutzabwesend zu machen und beständig gegen Umwelteinflüsse. Im Außenbereich ist auf genügend Gefälle zu achten.

    Falls Sie sich entscheiden, einen Betonboden zu schleifen, achten Sie desweitern auch auf genügend Überdeckung der Bewehrung.

    Beim Bodenschleifen verwenden wir unterschiedliche Maschinen, wie zum Beispiel Bodenschleifmaschinen, spezielle Werkzeuge, Reinigungs- und Spachtelmaschinen und noch viele mehr. Somit können etliche Problemlösungen angeboten werden wie zum Beispiel: stocken um eine rutschhemmende Fläche zu erhalten, Untergrundvorbereitung um neue Bodenbeläge verlegen zu können, Entfernung von Altbelägen wie Fliesenkleber, Beschichtungen und Anstrichen, Polieren von Steinböden, Terrazzoböden etc. um neuen Glanz zu erhalten.

    Aufgrund der Vielzahl am Möglichkeiten bietet das Diamantschleifverfahren eine der besten Lösungen für Estrich, Beton, Terrazzo, Naturstein und Asphaltböden und kann sowohl im Innen- als auch im Außenbereich angewandt werden.

    Herr Waldburger, REBUS Bodenschleiftechnik e.U.

    3. Bodenschleifen

    Der Einsatz moderner Dreischeiben-Bodenschleifmaschinen garantiert nicht nur eine hohe Schleifleistung, sondern auch geräuscharmes und fast vollkommen staubfreies Schleifen. Deshalb kann das Restaurieren eines Terrazzobodens im laufenden Betrieb vorgenommen werden. Je nach Bedarf kann das Schleifen entweder nass oder trocken ausgeführt werden.

    3.1 Vorschliff oder Grobschliff

    Der erste Arbeitsgang beim Schleifen eines Terrazzobodens ist der Vorschliff bzw. Grobschliff, der auch als Planschliff bezeichnet wird. Dabei geht es darum, das Gestein freizulegen und eine homogene Fläche zu schaffen. Im Regelfall werden beim Grobschliff 1 bis 2 mm Boden abgetragen, damit tiefe Kratzer, Verschmutzungen, Unebenheiten, Verkantungen, Überzähne und Beschädigungen jeglicher Art entfernt werden. Der Grobschliff wird mit Industriediamnt grober oder mittlerer Korngröße und unter Verwendung von Wasser vorgenommen. Hier spielt es auch eine Rolle, ob die Oberfläche zum ersten Mal behandelt wird, oder das Werkstück vorher schon gefräst wurde. Abhängig davon, wie hoch der Qualitätsanspruch ist und wie der Fräsvorgang ausgeführt wurde, kann man sich noch für einen zweiten Schleifgang entscheiden. Der Boden wird geschliffen, biss die Schleifrillen so klein sind, dass beim Nachschleifen so gut wie keine Poren mehr freigelegt werden. Alle Poren befinden sich dann nämlich auf demselben Höhenniveau und es gibt keine Verkantungen der Platten zueinander mehr (weil es keine Fugenvertiefungen mehr gibt, kann sich kein Schmutz mehr in den Fugen absetzen).

    Alle Schleifgänge werden mit Diamandsegmenten durchgeführt und es gilt der Grundsatz, dass nach dem Grobschliff mit immer feineren Körnungen weiter geschliffen wird, bis der Boden so glatt und glänzend ist, wie man ihn haben will. Das beim ersten Schleifgang verwendete raue Schleifmittel hinterlässt nämlich Schleifkratzer in der Oberfläche des Natur- bzw. Kunststeins, die in den nachfolgenden Arbeitsgängen wieder herausgeschliffen werden müssen. Zwischen den einzelnen Schleifgängen erfolgt die Reparatur von Risse, Löcher und Fehlstellen (Spachteln).

    3.2 Spachteln

    Weil beim Fräsen und Schleifen Poren freigelegt werden, müssen diese mit der Spachtelmasse (kurz Spachtel) geschlossen werden. Das Spachteln ist also notwendig, damit die bearbeitete Oberfläche möglichst porenfrei und glatt wird. Um eine geeignete Spachtelmasse herzustellen, kann man die in der Betonmischung enthaltenen Feinstanteile verwenden. Weniger empfehlenswert ist die Anwendung von Fertig-Spachtelmassen verschiedener Hersteller.

    3.3 Randbearbeitung

    Die Ränder werden normalerweise mit der Handmaschine bearbeitet. Jedoch stehen auch sog. Randschleifmaschinen zur Verfügung, die eine präzise Arbeitsweise ermöglichen. Der Einsatz einer Handschleifmaschine ist vor allem in engen und unzugänglichen Räumlichkeiten erforderlich. Und auch hier wird mit Werkzeugen von Diamant bis Kunststoff gearbeitet. Ränder und schmale Flächen werden bevorzugt trocken und mit angeschlossener Absaugvorrichtung geschliffen.

    Natursteinböden werden geschliffen und poliert.
    Terrazzoböden und andere Natursteinböden werden geschliffen und poliert.

    3.4 Feinschleifen und Polieren

    Nachdem der Spachtel ausreichend erhärtet ist, kann mit dem Feinschleifen oder Nachschleifen begonnen werden. Beim Fein- bzw. Reinigungsschliff wird die Bodenfläche von Spachtelresten und den Kratzern der vorher verwendeten Schleifscheiben befreit und glattgeschliffen. Dazu kommen die gleichen Maschinen zum Einsatz, wie bei den vorangegangenen Schleifgängen. Der Unterschied besteht darin, dass für den Feinschliff häufig sog. Kunststoffsegmente verwendet werden. Auf diese Weise lässt sich der Terrazzoboden auf Hochglanz schleifen und polieren. Beim Schleifen im Außenbereich muss darauf geachtet werden, ein ausreichendes Gefälle auszuführen, damit das Wasser gut abfließen kann.

    3.5 Einpflege von Kristallisation oder Imprägnierung

    Mithilfe einer wasserbetriebenen Einscheibenmaschine kann man nun eine sog. Kristallisation einpflegen. Diese ist sowohl in flüssiger Form als auch in Pulverform erhältlich. Sie verleiht der Bodenfläche nicht nur ein besseres Glanzbild, sondern erhärtet sie auch und sorgt für eine bessere Kratzhemmung. Es besteht auch die Möglichkeit, eine Imprägnierung einzupflegen. Diese wird vor allem in öffentlichen Bereichen auf saugfähigen Keramik-, Natur- und Betonwerksteinbelägen verwendet, um der Entstehung von Flecken vorzubeugen (Fleckstop).

    Fachartikel 1678
    Autor: DaiBau Magazin

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