Pflanzenkläranlage: die vollbiologische Kleinkläranlage

    Pflanzenkläranlagen oder vollbiologische Kleinkläranlagen benötigen weder Strom noch künstliche Belüftung. Die Abwasserreinigung erfolgt zum Großteil mithilfe von Klärpflanzen und Mikroorganismen. Abwässer werden in Pflanzenkläranlagen hochgradig gereinigt, allerdings ist für solche Anlagen viel Platz erforderlich.
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    1. Funktionsweise der Pflanzenkläranlage

    Die Funktionsweise einer Pflanzenkläranlage bzw. einer vollbiologischen Kleinkläranlage lässt sich relativ einfach erklären. Pflanzenkläranlagen nutzen die Selbstreinigungskraft der Natur. In solchen Anlagen werden Abwässer nach der Vorklärung in einer Mehrkammergrube (in der Regel eine Dreikammergrube) durch mit ausgewählten Sumpfpflanzen bewachsene Teiche, Feuchtgebiete, Böden oder Anlagen geleitet und dabei gereinigt. Während das Abwasser langsam durch den durchwurzelten Boden oder durch mit Sumpfpflanzen bepflanzte Kies- bzw. Sandschichten fließt, wird es sowohl mechanisch gefiltert, als auch durch die im Boden Mikroorganismen gereinigt. Das gereinigte Wasser kann dann in ein Gewässer eingeleitet, versickert oder beispielsweise zur Bewässerung wiederverwendet werden.

    1.1 Vorklärung

    In einer Pflanzenkläranlage mit dem klassischen Dreikammersystem werden zuerst in einer mechanischen Vorklärstufe die groben und feinen Sink- und Schwimmstoffe vom Abwasserstrom getrennt, wodurch das Abwasser entschlammt wird. Die Sedimentation ungelöster Abwasserinhaltsstoffe in der nachfolgenden Pflanzenstufe wird verhindert. Die mechanische Vorklärung sorgt aber auch dafür, dass der Verlauf der anfallenden Abwassermenge gleichmäßiger wird.

    1.2 Hauptreinigung

    Aus der Dreikammergrube wird das Abwasser durch Verteilerrohre zur Filterfläche mit Klärpflanzen, Mikroorganismen und mechanischen Filterschichten geleitet. In den Filtergräben und Filterbeeten findet in dem zum Untergrund abgedichteten Pflanzenbeet die biologische Hauptreinigung statt. Das vorgeklärte Abwasser wird auf dieser bepflanzten Filterfläche gleichmäßig in Intervallen aufgebracht (Verrieselung). Das Abwasser durchströmt den mit Sumpfpflanzen (Klärpflanzen) bewachsenen Bodenfilter, wobei durch das Zusammenwirken von Pflanzen, Mikroorganismen und mechanischen Filterschichten (bei Bodenfiltration) eine biologische Abwasserreinigung stattfindet. Der Hauptteil der Reinigung erfolgt durch die auf der Körnung (Rollkies) und im Wurzelraum lebenden Mikroorganismen. Dabei wird die Reinigung auch durch chemische und physikalische Vorgänge im Substrat unterstützt. Durch diese biochemische Reinigung werden nicht nur Schadstoffwerte, sondern auch mögliche Keime im Abwasser reduziert.

    1.3 Abwasserablauf

    Wenn die Pflanzenkläranlage richtig dimensioniert ist, können darin sowohl organische als auch anorganische gelöste Schadstoffe sehr effektiv abgebaut oder durch Bindung an den Bodenkörper aus dem Abwasser entfernt werden. Zum Durchfließen des Systems benötigt das Abwasser mehrere Tage. Nach der umfassenden Reinigung kann das Abwasser je nach Standortbedingungen entweder in ein Oberflächengewässer (Bach oder See) eingeleitet oder über Versickerunsbiotope, Sickermulden oder Sickerschächte in den Untergrund fließen. Das hochgradig gereinigte Wasser lässt sich unter Umständen sogar zur Bewässerung wiederverwenden, doch dabei sollte man sehr vorsichtig sein, denn mit Pflanzenkleinkläranlagen und technischen Kleinkläranlagen ist das geklärte Abwasser zwar zu ca. 98% gereinigt, Keime und Viren sind aber nicht entfernt. Deshalb sind auch Pflanzenanlagen einzuzäunen, die Verrieselung sollte nur unterirdisch sein. Weder Büsche oder Blumen können bewässert werden und schon gar nicht der Garten.

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    Pflanzenkläranlagen benötigen ungefähr 4m2 pro Einwohnergleichwert. MultiTrog Pflanzenkläranlage, Quelle: TR BM Ing. Horst Guggemos.

    2. Bepflanzung

    Ein wichtiges Merkmal von Pflanzenkläranlagen ist die Bepflanzung der Filterfläche mit speziellen, standortgerechten Sumpfpflanzen, denen ein aktiver Beitrag zur Reinigung des Abwassers zugeschrieben wird. Eingesetzt werden Binsen, Schilfrohr oder Rohrkolben und andere Sumpfpflanzen, die besonders gut bei großer Bodenfeuchtigkeit gedeihen und Mikroorganismen in ihrem Wurzelbereich sehr gute Lebensbedingungen bieten.

    Expertenrat des Unternehmens GUGGEMOS GmbH (Schachtprofi)

    Wie funktioniert eine Pflanzenkläranlage?

    Eine Pflanzenkläranlage hat einen bepflanzten Bodenfilter und wird ohne Strom betrieben, außer es ist unter besonderen Umständen ein Pumpaggregat erforderlich. Bei einer Pflanzenkläranlange ist vor allem Fläche erforderlich und vorzugsweise ein ebenes Gelände. Die Bemessung ist in der Regel 4m2 pro EW. Ein Haushalt wird mit 4 Personen (4 EW) im Regelfall von der Behörde angesetzt, somit wird die kleinste Pflanzenanlage mit 16 m2 bemessen. Eine 50-EW-Kleinkläranlage als Pflanzenanlage benötigt 200 m2 Filterfläche. Auf dieser Fläche muss nun das vorgereinigte Abwasser (aus einer 3-Kammeranlage) gleichmäßig in Intervallen aufgebracht werden. Ähnlich einer Gießkanne mit der man über eine Filterfläche das vorgereinigte Abwasser (ohne Grobstoffe) verteilt.

    Gibt es noch andere Arten von Kleinkläranlagen?

    Technische Kleinkläranlagen unterteilt man in Betonanlagen und Anlagen aus Kunststoff. Bei Anlagen aus Kunststoff sind das runde Tankbehälter mit einer Wanddicke von 8 bis 10 mm oder aus hochwertigem Polypropylen mit 80 mm Wandaufbau in rechteckiger Bauweise, wie z.B. die CFP-Anlage. Technische Kleinkläranlagen beginnen bei 5 EW und gehen bis 50 EW. EW bedeutet Einwohnerwert (1 Person).

    Prinzipiell können alle Kleinkläranlagen die geforderten wasserrechtlichen Ablaufwerte erfüllen, der Unterschied liegt in der Bedienung. Ähnlich wie beim Auto, rollen tun alle, aber mit welcher Ausstattung, Zugang und Bedienung? Der Betreiber sollte 30 und mehr Jahre damit zufrieden sein.

    Betonanlagen sind nur wirtschaftlich, wenn diese innerhalb eines gewissen Aktionsradius vertrieben werden – Gewicht! Kunststoff-Tankanlagen haben ein deutlich geringeres Gewicht, in etwa 5% im Vergleich zu Beton. Die CFP-Anlage z. B. hat 10% Gewicht im Vergleich zu Beton, somit auch mehr Standfestigkeit (gesamte Bodenfläche!) als übliche Tankanlagen. Durch die rechteckige Bauweise der CFP-Anlage kann auch eine 50 EW-Anlage (2,36m x 7,42m, h=2,80m) als 1 Behälter versendet werden, die Entfernung ist da unwesentlich.

    Herr Guggemos, GUGGEMOS GmbH (Schachtprofi)

    3. Mikroorganismen

    Trotz ihres Namens wird in einer Pflanzenkläranlage der Hauptanteil der Reinigungsleistung nicht von Pflanzen erledigt, sondern von Bakterien, die sich im Wurzelbereich der Pflanzen ansiedeln und sich aus dem vorbeifließenden Wasser ernähren. Die Pflanzen spielen die Rolle des Wirtes, der die Bakterien mit Sauerstoff versorgt.

    4. Reinigungsleistung

    Durch ihre Abbauleistungen sind Pflanzenkläranlagen vor allem für die Reinigung gering belasteter kommunaler Abwässer geeignet. Bei geeigneter Anpassung (Adaptation) an die Schadstofffracht und hinreichender Größe können Pflanzenkläranlagen unter Umständen auch zur Reinigung stark belasteter Abwässer aus Industrie und Gewerbe eingesetzt werden, soweit eine Abbaubarkeit gegeben ist. Allerdings weisen Pflanzenkläranlagen eine höhere Reinigungsleistung auf als technische Kläranlagen und können in bestimmten Einsatzbereichen als Alternative zu Belebungsanlagen und Tropfkörperanlagen betrachtet werden.

    5. Unterschied zu technischen Kläranlagen

    Der wesentliche Unterschied zwischen Pflanzenkläranlagen und technischen Kläranlagen besteht darin, dass das Abwasser in Pflanzenkläranlagen ohne künstliche Belüftung gereinigt wird. Die Mikroorganismen werden nämlich über die Pflanzenwurzeln mit Sauerstoff versorgt.

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    Wenn nicht genug Platz für eine vollbiologische Kleinkläranlage vorhanden ist, kann man sich für eine Kleinkläranlage mit zweistufigem Belebtschlammverfahren entscheiden. CFP-Anlage, Quelle: TR BM Ing. Horst Guggemos.

    Der Nachteil von Pflanzenkläranlagen besteht im vergleichsweise hohen Platzbedarf, der wesentlich größer ist als bei kompakten Behälteranlagen. Abhängig von dem zum Einsatz kommenden Verfahren (horizontales oder vertikales Verfahren) werden mindestens 2 – 5 m² Fläche pro Einwohnergleichwert benötigt, der Platzbedarf kann aber sogar 8 – 10 m²/E betragen. Die zahlreichen in einer vollbiologischen Kläranlage stattfindenden Umwandlungsprozesse erfordern eine große Oberfläche, wozu eine ausreichend tiefe Durchwurzelung erforderlich ist. Einige Pflanzen wie etwa Rohrschilf erreichen eine Durchwurzelung bis in 1,20 m Tiefe. Für den Großteil der Pflanzenkläranlagen reicht aber eine Wurzeltiefe von ungefähr 60 cm.

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    Autor: DaiBau Magazin
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