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    Wasserleitung: Materialien für Rohrleitungen

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    Heutzutage stehen für Wasserleitungen unterschiedliche Materialien zur Verfügung. Das gesundheitsschädliche Blei wird längst nicht mehr verwendet, stattdessen werden sehr oft Kunststoffrohre verlegt, die den geltenden Vorschriften entsprechen müssen. Zur Auswahl stehen auch Rohrleitungen aus anderen Werkstoffen, wie beispielsweise Edelstahl-Rohre, die aber aufgrund ihres hohen Preises im privaten Wohnbau in der Regel nicht verwendet werden.
    Fachartikel 695
    Rohre.jpg

    1. Materialien für Zu- und Ableitungen

    1.1 Wasserzuleitung

    Damit das Wasser in Kalt- und Trinkwasserleitungen gleichmäßig fließen kann, muss in den Zuleitungsrohren der Wasserdruck ständig aufrechterhalten werden. Deshalb werden Zuleitungsrohre aus dünnerem Material hergestellt als Ableitungsrohre und sie besitzen auch einen geringeren Durchmesser. Früher bestanden diese Rohre aus Blei, heute hingegen werden für Zuleitungen Kunststoff-, Stahl- oder Kupfer-Rohre verwendet. Vor allem Kunststoff gilt als sehr gut geeignetes Material, da es leicht zu verarbeiten, langlebig und resistent gegen Kalkablagerung und Lochfraßkorrosion ist.

    Sprinkler
    Die Kaltwasserleitung versorgt Sprinkler und andere Gartenanlagen

    Kaltwasserleitung

    Eine Wasserzuleitung für Kaltwasser leitet nicht erwärmtes Brauchwasser ins Gebäude oder in den Garten. Kaltwasserleitungen versorgen Keller, Garagen, Terrassen, Gärten, Springbrunnen, Gartenteiche usw. Dazu werden überwiegend Kunststoff-Rohre verwendet.

    Trinkwasserleitung

    Die Rohre für Trinkwasserleitung bestehen in der Regel aus korrosionsbeständigem Stahl bzw. Edelstahl, innenverzinntem Kupfer oder Kunststoff. Mehr dazu unten.

    1.2 Wasserableitung

    Wasserableitungen dienen lediglich dem Wasserabfluss, weshalb sie – anders als Zuleitungsrohre – nicht unter Druck stehen. Dafür benötigen sie aber einen größeren Durchmesser. Der erforderliche Rohrdurchmesser hängt davon ab, was für ein Sanitärgegenstand an das Fallrohr angeschlossen wird (Waschbecken, Geschirrspülmaschine, Dusche usw.).

    Für die Hausentwässerung werden meist Abflussrohre aus Kunststoff verwendet. Hier wird zwischen HT-Rohren oder Hochtemperatur-Rohren und KG-Rohren oder Kanal-Grundrohren unterschieden. Hochtemperatur-Rohre sind für heiße, kalte und aggressive Abwässer geeignet (z. B. Abwässer aus Spül- oder Waschmaschinen) und werden deshalb im Gebäudeinneren verlegt. Mehrheitlich werden sie aus schwer entflammbarem Polypropylen (PP-Rohre) oder Polyethylen (PE-Rohre) hergestellt und sind grau. KG-Rohre werden als Grundleitungen im Erdreich unter der Kellersohle verlegt. Sie bestehen aus PVC und sind an ihrer rotbraunen bzw. orangebraunen Farbe zu erkennen. Kanal-Grundrohre sind säure- und lösungsmittelresistent, sie verrotten nicht und sind auch ziemlich resistent gegen mechanische Belastungen.

    2. Materialien für Trinkwasserleitungen

    Dem Material für die Trinkwasserleitung fällt besondere Bedeutung zu, denn davon hängt die Qualität des Trinkwassers ab. Verunreinigungen im Trinkwasser entstehen in den meisten Fällen nämlich nicht beim lokalen Wasserversorger, sondern erst im heimischen Leitungssystem. Sowohl die Rohrleitungen als auch die Armaturen müssen aus Materialien bestehen, die gegen die im Wasser üblicherweise gelösten Materialien, Gase und Metalle und folglich gegen Korrosion beständig sind.

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    Für Wasserleitungen werden häufig Kunststoffrohre verwendet

    Bei der Auswahl des Installationsmaterials müssen immer Zweck und Wasserbeschaffenheit berücksichtigt werden. Hier spielt vor allem die Wasserhärte eine wichtige Rolle, denn sehr hartes Wasser verursacht Kalksteinablagerung, sehr weiches Wasser dagegen Korrosion. Einst bestanden Wasserleitungen aus Blei, das aber seit den 70-er Jahren des vorigen Jahrhunderts aufgrund seiner gesundheitsschädlichen Wirkung nicht mehr eingesetzt wird. Außerdem dürfen bei trinkwasserberührten Flächen keine Rohrverbinder mit Nickelüberzug verwendet werden. Trotzdem steht heutzutage eine große Auswahl an geeigneten Materialien für Trinkwasserleitungen zur Verfügung: schmelztauchverzinkte Eisenwerkstoffe (verzinkter Stahl), nichrostender Stahl (Edelstahl), Kupfer, Kunststoffe (Polyvinylchlorid, Polyethylen, Polybuten und Polypropylen) sowie mehrschichtige Metallverbundwerkstoffe. Jedes dieser Materialien hat seine eigenen Vor- und Nachteile.

    Kunststoff bietet neben den eingangs erwähnten Vorzügen noch den Vorteil des im Vergleich zu anderen Materialien niedrigen Preises. Sein Nachteil besteht darin, dass er vor allem bei Wärme chemische Stoffe (Weichmacher, Stabilisatoren und Gleitmittel) abgibt. Deshalb müssen Kunststoffrohre für Trinkwasserleitungen den strengen, in Österreich geltenden Vorschriften entsprechen und mit entsprechenden Zulassungen ausgestattet sein.

    Kupfer ist langlebig und robust. Reine Kupferrohre dürfen nicht verwendet werden, wenn der pH-Wert des Trinkwassers bei weniger als 7,0 liegt, da sich in saurem Wasser zu viel Kupfer aus den Rohren löst. Innenverzinnte Kupferrohre dürfen hingegen uneingeschränkt für Trinkwasserleitungen genutzt werden. Häufig werden Kupferrohre werkseitig ummantelt, um sie gegen Schwitzwasser und äußere Einflüsse zu schützen.

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    Kupferrohre für Trinkwasserleitungen sollten innen verzinkt sein

    Rohre aus schmelztauchverzinkten Eisenwerkstoffen bzw. verzinkte Stahlrohre sind sehr widerstandsfähig. Da sie jedoch durch kupferhaltiges Wasser korrodieren, dürfen sie nie hinter kupfernen Bauteilen eingebaut werden. Die sog. Fließregel besagt nämlich, dass das Wasser immer von einem unedlen Material (z. B. Stahl oder Zink) in ein edles (z. B. Kupfer und Kupferlegierungen) fließen muss und nicht umgekehrt.

    Rohre aus nichtrostendem Stahl bzw. Edelstahl sind sehr langlebig und stabil. Ihr größter Vorteil besteht darin, dass sie kaum Gesundheitsrisiken bergen (Korrosionsgefahr besteht nur bei unsachgemäßer Benutzung in einer Mischinstallation), ihr größter Nachteil liegt hingegen im hohen Preis.

    Rohre aus mehrschichtigen Metallverbundwerkstoffen verbinden die Vorteile von Metall (hohe Stabilität, geringe Längenausdehung) und Kunststoff (Korrosionsbeständigkeit, Flexibilität und leichte Verlegbarkeit).

    Expertenrat des Unternehmens Etertec GmbH & Co KG

    Was macht eine gute Wasserleitung aus?

    Beurteilt man die Qualität einer Wasserleitung, so sollte man deren gesamte Nutzungsdauer betrachten, inklusive der Errichtung. Neben dem Preis pro Meter spielen Kriterien wie Transportkosten, einfaches Baustellen-Handling, chemische Beständigkeit, Langlebigkeit u.v.m. eine wichtige Rolle. Allerdings gibt es keine „One fits all“-Lösung. Deshalb ist es so wichtig, bereits vor Baubeginn detaillierte und kompetente Beratung in Anspruch zu nehmen, um das richtige Material für das jeweilige Bauprojekt und dessen spezifische Anforderungen zu wählen.

    Unsere Erfahrung zeigt, dass man durch den Einsatz hochwertiger Werkstoffe wie Guss oder glasfaserverstärkten Kunststoffen Lebensdauern von weit über 100 Jahren realisieren kann. Daher empfehlen wir für Hauptleitungen einen dieser beiden Werkstoffe. Allgemeine Kunststoffrohre (PE, PVC) setzen wir nur noch im Bereich der Hausversorgung ein und dort zeichnet sich der Werkstoff durch seine Flexibilität aus.

    Welche Rohrsysteme/Rohrarten sind für eine Abwasserleitung am besten geeignet? Was sind ihre Vorteile?

    Was für Trinkwasser gilt, hat auch für Abwasser seine Bedeutung. Je nach Bauprojekt und dessen spezielle Anforderungen gilt es, das bestgeeignete Material auszuwählen. Im Bereich Abwasser haben wir es oft mit Belastungen durch chemische oder andere aggressive Stoffe zu tun, die die Lebensdauer der Rohrleitung negativ beeinflussen können.

    Neben GFK (glasfaserverstärktem Kunststoff, Kunststoff (PP, PE), Steinzeug, Beton und Stahlbeton hat sich bei kleineren Nennweiten bis DN 300 der Werkstoff PP (Polypropylen) klar durchgesetzt. Darüber hinaus zeigt glasfaserverstärkter Kunststoff, dass er sich in Punkto Lebensdauer klar von allen anderen Werkstoffen abhebt. Sein geringes Gewicht, seine Langlebigkeit und nicht zuletzt seine Korrosionsfestigkeit und Beständigkeit gegen viele aggressive Stoffe im Wasser zeichnen den Werkstoff GFK aus.

    Erdverlegte Rohre, die hohen mechanischen Belastungen ausgesetzt sind oder besonders aggressives Abwasser transportieren, werden häufig aus GGG (duktilem Gusseisen) aber auch aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) gefertigt. Solche Produkte zeichnen sich durch hohe Stabilität bei vergleichsweise geringem Gewicht und hohe chemische Widerstandsfähigkeit aus, was nicht zuletzt den sehr glatten Innenwänden der Rohre zu verdanken ist.

    Wie sieht die Ausführung eines Wasserleitungsbaus eines Hauses aus? Wie lange dauert sie?

    Grundsätzlich sind für alle Arbeiten betreffend die Zuleitung von Trinkwasser und dessen Verteilung im Haus die Richtlinien der ÖVGW (Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach) zu beachten, die auch die Anforderungen an die verwendeten Werkstoffe festschreiben.

    Die Durchführung der Anschlussarbeiten inklusive Aufgrabungen wird gemeinsam mit dem Wasserversorger, der Verkehrsbehörde (Aufgrabungen, Umleitungen, Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes …) und eventuell anderen Versorgern besprochen und festgelegt.

    Sobald geklärt ist, in welcher Art und Dimension der Anschluss an die öffentliche Wasserleitung erfolgen soll und wo sich der Wasserzähler befindet, kann die Wasserleitung in das Haus geführt werden. Zur Wasserversorgung während des Baus ist für ein frostsicheres Provisorium zu sorgen. Nach Fertigstellung des Kellers wird der Rohrgraben errichtet. Die Wasserleitung wird in frostsicherer Tiefe verlegt und in das Bauobjekt geführt. Der Rohrgraben wird nach erfolgreicher Rohrdichtheitsprüfung und Abnahme wieder verfüllt.

    Je nach Gebäudeart variieren die Vorschriften für Hausanschlüsse erheblich. Es darf nicht vergessen werden, dass beim Bau von Wasserleitungen die Versorgung mit dem Lebensmittel „Trinkwasser“ hergestellt wird, unter technisch anspruchsvollen Bedingungen, wie unter Druck stehenden Rohrleitungen, deren sichere Installation erfahrene Spezialisten erfordert.

    Sind alle rechtlichen und baulichen Voraussetzungen gegeben, sind die Anschlussarbeiten zwischen Bauwerk und öffentlichem Versorgungsnetz im Regelfall innerhalb eines Arbeitstages durchführbar.
    Es gilt auch hier der alte Spruch „lieber etwas mehr in die Planung stecken als später tagelang ins Bauen“.

    Herr Steininger, Etertec GmbH & Co KG

    Fachartikel 695
    Autor: DaiBau Magazin
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