Tondachziegel: Formen, Farben und Oberflächen

    Dachziegel aus Ton blicken auf eine lange Tradition zurück und noch heute entscheiden sich die meisten Hausbauer für eine Dacheindeckung aus Tonziegeln. Zur Auswahl stehen etliche Dachziegeltypen, die auf unterschiedliche Weise hergestellt werden und sich in Form, Farbe und Oberflächenstruktur voneinander unterscheiden.
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    1. Tondachziegel

    Dachziegel aus Ton sind trotz moderner Alternativen (z. B. Betonbedachung, Metalldach, Blechbedachung, Bitumenbedachung) nach wie vor die am häufigsten zum Einsatz kommende Dachdeckung. Der Grund dafür liegt nicht nur in der Tradition, sondern auch in den zahlreichen guten Eigenschaften von Tondachziegeln: Frostbeständigkeit, Resistenz gegen UV-Strahlung, Säure- und Farbbeständigkeit, geringes Gewicht, umweltfreundliche Herstellung (aus Ton, Lehm und Wasser), Recycelbarkeit, aber auch geringe Anfälligkeit für Bewuchs durch Moose und Flechten (Ton kann Feuchtigkeit schnell aufnehmen und gut speichern, er trocknet aber auch schnell). Tondachziegel werden in unterschiedlichen Varianten hergestellt, die sich in Form, Farbe und Oberflächenstruktur voneinander unterscheiden. Wir haben die Experten des Unternehmens Dachbau Pöcksteiner OG gebeten, uns einen kurzen Überblick über die am häufigsten vorkommenden Ziegeltypen zu verschaffen.

    2. Falzziegel und unverfalzte Dachziegel

    Die sog. Falzausbildung gehört zu den wichtigen Merkmalen von Dachziegeln. Der Falz bzw. die Verfalzung besteht aus Rippen und Nuten, mithilfe derer die Ziegel an ihren Rändern ineinandergreifen können. Der Sinn des Falzes besteht darin, die beim Verlegen der Dachziegel entstehende Fuge zu überdecken. Klassische bzw. traditionelle Dachziegeltypen (z. B. Hohlpfannen oder Mönch und Nonnen-Ziegel) sind unverfalzt, während moderne Dachziegeltypen (z. B. Reformziegel oder Doppelmuldenfalzziegel) mit Falz hergestellt werden.

    Unverfazte Dachziegel sind vor allem für Steildächer geeignet
    Unverfalzte Dachziegel sind vor allem für Steildächer geeignet

    3. Strangdachziegel und Pressdachziegel

    Dachziegel können entweder mit dem Strangdachverfahren oder mit dem Pressdachverfahren hergestellt werden.

    3.1 Strangdachziegel

    Beim Strangdachverfahren wird die Rohmasse für die Dachziegel durch Formen gepresst und anschließend gebrannt. Die meisten Strangdachziegel besitzen keinen Falz und können daher nicht ineinandergreifen. Deshalb werden sie vor allem an Dächern mit mehr als 30 Grad Neigung eingesetzt, von denen der Regen aufgrund ihrer Steilheit schnell abfließen kann.

    Typische Strangdachziegel sind:

    - Hohlpfannenziegel bzw. Hohlziegel (ausgeprägte Wölbung),

    - Biberschwanzziegel (flach, an der Unterkante oft abgerundet – traditioneller Dachziegel),

    - Taschenziegel bzw. Wiener Tasche (typische österreichische Variante des unverfalzten Strangdachziegels mit einem geraden Ende) und

    - Strangfalzziegel (diese können im seitlichen Überdeckungsbereich mit einem Falz versehen sein).

    Der Biberschwanz ist eine klassische Dachziegelform
    Der Biberschwanz ist eine klassische und häufig anzutreffende Dachziegelform

    3.2 Pressdachziegel

    Pressdachziegel werden auf Stempelpressen ausgestanzt. Aus wirtschaftlichen Gründen werden sie heutzutage immer öfter als Großflächenziegel hergestellt. Pressdachziegel können mit oder ohne Falz hergestellt werden.

    Die meisten Pressdachziegel sind zweiseitig verfalzt:

    - Doppelmuldenfalzziegel (Dachziegel mit zwei Mulden zur Regenwasserableitung),

    - Römerziegel (ausgeprägte Wölbung und warmer Terrakotta-Ton),

    - Reformziegel (leichte Auskerbung, die ruhige und ebene Dachflächen bildet),

    - Flachdachziegel oder Flachdachpfannen (anders als der Name vermuten lässt, sind sie nicht für Flachdächer, sondern für flach geneigte Dächer gedacht) und

    - Verschiebeziegel (sie besitzen feinere Falze und einen um drei oder mehr Zentimeter größeren Verschiebe-Spielraum).

    Unverfalzte Pressdachziegel sind z. B. Mönch und Nonnen-Ziegel (die nach unten gewölbten Nonnen werden an ihren Seitenrändern von kleineren, nach oben gewölbten Mönchen abgedeckt) sowie Krempziegel (mit linksseitiger, konisch zulaufender Krempe).

    4. Formziegel

    Ein Dach benötigt neben herkömmlichen Dachziegeln auch Formziegel. Das sind speziell geformte Dachziegel, welche als Ergänzung zu Flächenziegeln für die Deckung an First, Grat und Ortgang benötigt werden. Dazu gehören auch Lüfterziegel, Durchgangsziegel usw.

    Hohlpfannen überdecken sich auch seitlich
    Hohlpfannen überdecken sich nicht nur oben und unten, sondern auch seitlich

    5. Oberflächenbehandlung und Farbgestaltung

    Tondachziegel erhalten ihre Farbe während des Brennens im Ofen. Hinsichtlich der Farbgestaltung wird zwischen naturfarbenen, durchgefärbten, engobierten, glasierten und gedämpften Dachziegeln unterschieden.

    5.1 Naturrote Dachziegel

    Die Farbe der Dachziegel hängt von der Höhe der Brenntemperatur und den im Ton vorhandenen Metallanteilen ab: Eisenhydroxide ergeben eine kräftig rote Farbe, ein hoher Mangananteil färbt dunkelbraun, ein geringer Eisenanteil oder auch höhere Kalkanteile verleihen den Ziegeln eine hellgelbe Farbe.

    5.2 Durchgefärbte Dachziegel

    Bei der Herstellung durchgefärbter Dachziegel werden der Ausgangsmasse Metalloxide oder Minerale beimischt. Wenn Manganit hinzugegeben wird, färben sich die Ziegel dunkelbraun, Magnesit hingegen erzeugt eine hellrote Färbung.

    5.3 Glasierte Dachziegel

    Um Dachziegel zu glasieren, wird beim Brennen eine spezielle Schicht mit kleinen vorgeschmolzenen Glaspartikeln aufgebracht. Den Farbeffekt erzielt man durch anorganische Zusätze (z. B. Metalloxide) oder durch keramische Farbpartikel (verschiedene Tonschlicker). Durch den Brand entsteht ein harter, glasartiger, eingefärbter Überzug, welcher die Ziegeloberfläche abdichtet. Glasuren sind pflegeleicht und robust. Die Feuchtigkeitsaufnahme und -abgabe wird durch den Verzicht auf eine Glasur an der Unterseite garantiert.

    5.4 Engobierte Dachziegel

    Beim Engobieren wird vor dem Brennen eine dünnflüssige Tonmineralmasse auf die Dachziegel aufgetragen (die Ziegel werden hineingetaucht oder damit bespritzt). Diese Masse besteht aus einer Tonschlämme, der Mineralien oder Metalloxide hinzugegeben werden. So entsteht auf der Oberfläche ein matter, gleichfarbiger, nicht glasurartiger Überzug bzw. eine Engobe. Die übrigen Eigenschaften des Dachziegels bleiben unverändert. Wenn glasbildende Zusätze hinzugegeben werden, wird die Oberfläche glänzend (Edelengobe). Doch im Gegensatz zur Glasur bleibt die Edelengobe wasserdampfdurchlässig. Wie uns im Unternehmen Dachbau Pöcksteiner OG erklärt wird, gibt es auch Dachziegel mit anderen Engobenarten, z. B. Fleckengobe oder terra sigillata.

    5.5 Gedämpfte Dachziegel

    Gedämpfte Dachziegel werden durch Sauerstoffentzug beim zweiten Brandvorgang und die Zugabe bestimmter Dämpfmittel hergestellt. Solche Dachziegel sind in der oberflächennahen Schicht oder komplett durchgefärbt und können in tonähnlichen sowie bläulichen, silbrigen oder anthrazitfarbenen Grautönen hergestellt werden.

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    Autor: DaiBau Magazin
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