Nassestriche - Estricharten nach der Art des Bindemittels

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    Wie bereits der Name verrät, werden Nassestriche nass eingebaut. Dadurch unterscheiden sie sich von Trockenestrichen. Ihr Hauptbestandteil ist das Bindemittel, weshalb sie oft nach diesem Kriterium unterteilt werden. Die verschiedenen Nassestricharten haben jeweils ihre Vor- und Nachteile.
    Fachartikel 539
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    1. Nassestrich

    Ein Estrich ist eine Fußbodenschicht, die in einer Stärke von wenigen Zentimetern über dem tragenden Boden angebracht wird. Estriche können nach mehreren Kriterien unterschieden werden: nach der Art des verwendeten Bindemittels, nach Einbauweise, Konstruktion oder Nutzung. Die Unterscheidung nach Bindemitteln ist deswegen sinnvoll, weil das Bindemittel der Hauptbestandteil eines Estrichs ist. Üblicherweise wird dieses Kriterium auf Nassestriche angewandt und es wird zwischen 5 Estricharten unterschieden: Zementestrich, Calciumsulfatestrich, Gussasphaltestrich, Magnesitestrich und Kunstharzestrich. Nassestriche sind Estriche, bei denen die Estrichmasse (bestehend aus Bindemittel, Wasser und Zuschlägen) in nassem Zustand mit glatter, fugenloser Oberfläche verarbeitet. Daneben gibt es noch Trockenestriche. Diese bestehen aus vorgefertigten, kraftübertragenden Platten, die trocken und meist schwimmend eingebaut werden und zum Ausgleich der Unebenheiten im Boden eine Trockenschüttung benötigen.

    2. Zementestrich

    Der Zementestrich ist die am öftesten vorkommende Estrichart. Dieser Estrich ist sowohl für den Außenbereich (z. B. Balkon oder die Garage) als auch für den Innenbereich (z. B. Bad, Küche, Keller) geeignet. Zementestrich kann entweder in konventioneller Bauart oder als Fließestrich eingebaut werden. Verwendet wird nur Sand bis zu einer Körnung von acht Millimetern. Beim Einbringen und an den 3 Folgetagen muss die Temperatur mindestens 5 °C betragen. Während des Einbaus darf der Estrich auch keinen Einwirkungen von Kälte, Schlagregen, Zugluft oder extremer Wärme ausgesetzt sein. Zement als Bindemittel verleiht dem Estrich gute Festigkeitswerte. Nachdem er vollständig getrocknet und ausgehärtet ist, ist ein Zementestrich sehr belastbar und resistent gegen Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen. Seine Nachteile liegen in der geringen Widerstandskraft gegen chemische Beanspruchung (z. B. durch Säuren) und der langen Trocknungsdauer. Abhängig von der Temperatur ist der Estrich nach 2 bis 3 Tagen begehbar, jedoch kann eine komplette Trocknung bis zu einem Monat dauern. Von der Anwendung auf mehr als 40 m2 großen Flächen ist abzuraten. Auch sein Verhalten auf Dämmungen oder Trennlagen ist nicht optimal.

    Zementestrich ist die verbreitetste Estrichart
    Zementestrich ist die verbreitetste Estrichart

    3. Calciumsulfatestrich (Anhydritestrich)

    Der Begriff Calciumsulfatestrich bezeichnet Estriche, deren Bindemittel auf Calciumsulfathalbhydrat oder auf wasserfreiem natürlichem oder synthetischem Calciumsulfat (sogenannter Anhydrit) basiert. Anhydrit ist eine Vorstufe von Gips (dieser entsteht durch die Zugabe von Wasser). Ein Calciumsulfatestrich besteht aus dem Anhydrit-Binder, Sand oder Kies mit einer Körnung von 0-8 mm, Wasser und einigen Zusätzen. Er ist ökologisch unbedenklich und leicht zu verarbeiten. Auch Calciumsulfatestriche können entweder als konventionelle Estriche oder als Fließestriche ausgeführt werden. Der Estrich muss nach dem Einbringen mindestens zwei Tage lang auf einer Mindesttemperatur von 5 °C gehalten werden. Nach 2 bis 3 Tagen ist er begehbar, jedoch darf er frühestens nach 5 Tagen höher belastet werden (mit der Aufheizung der Fußbodenheizung sollte erst nach 7 bis 10 Tagen begonnen werden). Dieser Estrich ist ein besonders guter Heizestrich, da er Wärme sehr gut speichert und leitet, nicht brennbar ist und nur wenig Materialspannung aufbaut. Sein größter Nachteil ist seine Feuchtigkeitsempfindlichkeit.

    Fließestrich
    Fließestriche können aus Zement oder Calciumsulfat hergestellt werden

    4. Gussasphaltestrich

    Dieser Estrich besteht aus einem Gemisch aus Bitumen und Gesteinskörnungen (einschließlich Füller). Er ist sehr gut wärme- und schalldämmend, wasser- und wasserdampfdicht, hoch belastbar und flexibel (er gleicht statische Spannungen gut aus) sowie beständig gegen Säuren und Basen. Weil beim Einbau kein Wasser verwendet wird, kann es zu keiner Schimmelbildung kommen. Der Einbau verläuft schnell und die Außentemperatur spielt nur eine untergeordnete Rolle. Allerdings muss der Gussasphalt selbst bei hohen Temperaturen (zwischen 220 und 250 °C) aufgetragen werden. Weil Pumpen bei dieser Hitze nicht mehr möglich ist, kommen spezielle Eichenholzeimer zum Einsatz (der Einbau in oberen Etagen kann deswegen sehr aufwändig sein). Der Estrich ist nach einem Tag belegfertig. Falls Natursteine darauf verlegt werden sollen, muss auf dem Estrich ein Fließspachtel, Voranstrich oder eine Entkopplungsmatte mit einem speziellen Mörtel aufgetragen werden.

    5. Magnesitestrich (Magnesiaestrich)

    Diese Estrichart wird aus kaustischer Magnesia und einer Magnesiumchlorid-Lösung hergestellt. Zugesetzt werden noch anorganische oder organische Füllstoffe (Sägemehl, Texitilfasern oder Papiermehl sowie Quartzsand). Wie beim Calciumsulfatestrich darf auch hier die Temperatur während des Einbaus und der folgenden zwei Tage nicht unter 5 °C sinken und der frische Mörtel muss vor Wärme, Schlagregen und Zugluft geschützt werden. Außerdem muss eine Versiegelungsschicht ausgeführt werden. Begehbar ist ein Magnesitestrich frühestens nach zwei Tagen, höherer Belastung sollte er erst nach 5 Tagen ausgesetzt werden. Dieser Estrich hat ein geringes Gewicht und ist extrem schlag- und stoßfest, aber auch sehr gut wärme- und schalldämmend und dazu noch leicht einfärbbar. Magnesitestrich kann als antistatischer Fertigboden für große trockene Flächen eingesetzt werden, denn er ist elektrisch leitfähig und besonders staubarm. Außerdem ist er immun gegen Mineralöle, Lösemittel und Treibstoffe. Der Nachteil des Magnesitestrichs besteht in der Feuchteempfindlichkeit und Korrosivität gegenüber Metallen. Magnesitestrich ist auch teuer.

    6. Kunstharzestrich

    Kunstharzestrich bestehen meistens aus Epoxidharzen oder Polyurethanen. In Frage kommen aber auch andere Kunststoffe, wie ungesättigte Polyesterharze oder Polymethylmethacrylate. Oft werden auch Farbpigmente hinzugegeben. Kunstharzestriche werden auf trockenen Untergrund eingebaut (meist in nur einer dünnen Schicht) und im Regelfall werden sie auch verdichtet. Sie haben kurze Trocknungszeiten, die jedoch von dem gewählten Kunstharzbindemittel, sowie den Temperaturen bei Einbau und Aushärtung abhängen. Kunstestrich ist wasserbeständig und praktisch vollkommen feuchtigkeitsunempfindlich. Er eignet sich für schwere mechanische Beanspruchung und ist unempfindlich gegen die meisten Chemikalien. Sein Hauptnachteil liegt im hohen Preis.

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    Autor: DaiBau Magazin
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