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    Schneefang: Schneefanggitter, Schneenase und andere Systeme

    Der Schneefang sichert die Schneelast auf dem Dach und verhindert Dachlawinen. Zur Auswahl stehen unterschiedliche Systeme, unter denen Schneefanggitter und Schneenasen am verbreiteten sind. Welches System infrage kommt und wie es montiert wird, hängt von mehreren Faktoren ab (Schneelastzone, Größe und Neigung des Daches, eventuelles Vorhandensein einer PV-Anlage usw.). Näheres zu den Anforderungen an den Schneeschutz erfahren Sie in diesem Beitrag.
    Fachartikel 164
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    1. Schneelast in Österreich

    Als Schneelast bezeichnet man die durch den aufliegenden Schnee senkrecht auf das Dach einwirkende Flächenlast. Die Berechnung der erwartbaren Schneelast wird durch die ÖNORM EN 1991-1-3 geregelt und ist Teil der verpflichtenden statischen Berechnungen im Zuge der Planung von Häusern und anderen Gebäuden. Österreich ist in mehrere Schneelastzonen unterteilt, die tatsächliche Schneelast hängt jedoch nicht nur von der Region und dem Standort, sondern auch von der Dachneigung und der Schneeart ab. Daher variiert sie je nach Situation zwischen 84 und 1.080 kg/m².

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    Bei Bedarf wird der Schneefang nicht nur am Dachrand montiert.

    2. Schneefang anbringen und Dachlawinen verhindern

    Um Dachlawinen zu verhindern, muss die Schneelast auf dem Dach durch entsprechende Schneehaltesysteme gesichert werden. Bereits aus der allgemeinen Verkehrssicherungspflicht (§ 1295 ABGB) ergeben sich für Eigentümer von Gebäuden unterschiedliche Prüf-, Kontroll- und Sicherungspflichten. Die Mindestanforderungen an den Schneeschutz werden durch die ÖNORM B 3418 - Planung und Ausführung von Schneeschutzsystemen auf Dächern geregelt. Diese schreibt für schneereiche Gebiete mehrfache Schneeschutzmaßnahmen vor, während in weniger schneereichen Gebieten Schneeschutzgitter am Dachrand ausreichend sind. Zudem können sich in den Bauvorschriften der Bundesländer und Gemeinden detailliertere Vorschriften und Richtlinien zur Dachlawinensicherung finden. Informationen dazu erhalten Sie bei Ihrem zuständigen Bauamt.

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    Das Schneefanggitter ist eine effiziente und sehr beliebte Art des Schneeschutzes.

    3. Schneefang: Welche Systeme gibt es?

    3.1 Schneefanggitter

    Schneefanggitter sind flache Gitter, die im unteren Bereich des Daches montiert werden. Sie bestehen in der Regel aus Metall (Kupfer oder Edelstahl) und sind in unterschiedlichen Formen und Farben erhältlich, sodass sich für jede Dacheindeckung (Dachziegel, Betondachsteine oder Blechdach) das passende Produkt finden lässt.

    3.2 Schneefangbalken und Schneefangrohre

    In der Vergangenheit waren Schneefangbalken aus Holz üblich (Kiefern-, Lärchen-, Buchen- oder Fichtenholz), weshalb auch heutige Schneefangbalken aus recyceltem Kunststoff oder Metall oft als Schneefangrundhölzer bezeichnet werden. Schneefangbalken sind für schneereiche Gebiete geeignet und werden genau wie Schneefanggitter im Traufbereich des Daches befestigt.

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    Schneefangbalken (Rundholz)

    Schneefangrohre sind dünner als Schneefangbalken und werden als Doppelrohrsysteme angebracht. Sie bestehen normalerweise aus Metall und sind gute Alternative zu herkömmlichen Rundholzbalken.

    3.3 Schneenase, Schneefanghaken, Schneestopper

    Im Unterschied zu Gittern, Balken und Rohren werden Schneefanghaken (häufig auch Schneenasen oder Schneestopper genannt) nicht am Rand des Daches befestigt, sondern in der ganzen Dachfläche verteilt. Sie können bei fast jeder Dachziegel- oder Dachsteinart eingehängt werden und sorgen dafür, dass der Schnee gleichmäßig auf der ganzen Dachfläche verteilt bleibt. Dadurch verringern sie die Gefahr von Schäden an der Dacheindeckung, die sonst durch ungleichmäßige Belastung entstehen könnten. Bei sehr steilen Dächern werden Schneenasen oft mit Schneefanggittern, -balken oder -rohren kombiniert.

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    Einhängen von pulverbeschichteten Schneenasen

    4. Schneefang montieren

    4.1 Lassen sich Schneefanggitter und Schneenase nachrüsten?

    Ja, Schneefanggitter, Schneefangbalken, Schneefangrohre und Schneenasen lassen sich normalerweise problemlos von Fachkräften nachrüsten, und zwar auch dann, wenn die Dacheindeckung schon älter ist. Am einfachsten ist es jedoch, wenn das Schneefangsystem an einem Neubau bzw. während einer Neueindeckung des Daches montiert wird.

    4.2 Was ist bei der Montage des Schneefangsystems zu beachten?

    Schneefangsysteme werden üblicherweise von Dachdeckern oder Spenglern montiert. Zuerst muss eine Berechnung durchgeführt werden, um zu ermitteln, wie viele Gitter, Rohre oder Schneefangnasen für das Dach benötigt werden. In die Berechnung fließen neben der Dachbreite, -größe und -neigung auch die örtliche Schneelastzone und eventuelle, die Schneelast erhöhende Faktoren mit ein. Bei Schneenasen ist die Montagedichte zu berechnen, während bei Schneefanggittern, -balken und -rohren der Abstand des Schneefangs vom Dachrand richtig zu wählen ist (Schneefanggitter werden häufig hinter der zweiten Schindelreihe angebracht).

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    Doppelrohrsystem über einem Dachfenster

    Schneenasen lassen sich vergleichsweise einfach einhängen. Zur Montage von Schneefanggittern werden dagegen Schneefanggitterstützen benötigt, die auf dem Dachsparren mit Holzschrauben oder korrosionsgeschützten Nägeln befestigt oder in die Dachlattung eingehängt und zusätzlich befestigt werden. Schneefanggitter, Rundholz und Doppelrohrsysteme können auch mithilfe von Schneefangpfannen montiert werden. Diese speziellen Dachpfannen sind mit aufgesetzten Haltern ausgestattet, die in die Dachdeckung integriert werden. Sie bestehen oft aus Metall (Aluminium), werden aber in Form und Farbe den eingesetzten Dachpfannen angepasst.

    5. Materialien für Schneefangsysteme

    Um ihre Aufgabe erfüllen zu können, müssen Schneefangsysteme aus witterungsbeständigen, rostfreien und leichten Materialien hergestellt sein. Deshalb werden dafür Kupfer, feuerverzinkter Stahl oder eine Alu-Zink-Legierung verwendet. Auf Wunsch kann das Metall mit zusätzlicher Pulverbeschichtung farblich an den Farbton der Dacheindeckung angepasst werden. Schneefangbalken werden auch aus Kunststoff hergestellt und manchmal kommt sogar noch echtes Rundholz zum Einsatz.

    6. Schneefang und PV-Anlage

    Im Gegensatz zu Dachziegeln und anderen Eindeckungsmaterialien bietet die glatte Oberfläche der Solarmodule dem Schnee nur wenig Halt, sodass er sich zu Schneebrettern verdichtet, die beim Abrutschen eine besonders hohe Geschwindigkeit und Wucht entwickeln. Um solchen Dachlawinen standhalten zu können, muss der Schneefang besonders gut im Dachstuhl verankert sein. Zudem handelt es sich bei den meisten PV-Anlagen um Aufdach-Anlagen mit einer signifikanten Höhe, weshalb auch der Schneefang höher sein muss (bei Solardachziegeln besteht dieses Problem nicht). Deshalb werden für Dächer mit PV-Anlagen spezielle Lösungen angeboten (z. B. Vier-Rohr-System statt Doppelrohrsystem). Eine davon ist die Schneebremse, die mit vergleichsweise wenig Aufwand zwischen den einzelnen Modulen eingehakt wird und die Bildung von Schneebrettern verhindert. Eine weitere Möglichkeit sind beheizte Solarmodule. Übrigens gibt es auch Dachflächenheizungen für Dächer ohne PV-Anlagen, wobei Heizkabel unterhalb oder oberhalb der Dacheindeckung montiert werden. Allerdings sind solche Systeme sehr selten.

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    Solarmodule auf dem Dach erfordern sehr stabile und hohe Schneefanggitter.

    7. Schneefang: Kosten

    Die kosten eines Schneefangsystems hängen von mehreren Faktoren ab: Art des Systems (Schneefanggitter, Schneenase, Schneefangbalken oder Doppelrohrsystem), Material, Anbringungsart und Hersteller. Diverse Hersteller bieten jeweils eigene Schneefangsysteme mit eigenen Befestigungsweisen an, die sich auch preislich zum Teil erheblich voneinander unterscheiden. Ein wichtiger Preisfaktor ist das Material: hochwertige Kupfer-Schneefanggitter kosten zwischen 27 und 60 €/lfm, während Schneefanggitter aus feuerverzinktem Stahl bereits für 10 bis 20 €/lfm erhältlich sind. Schneenasen kosten etwa 1 bis 2 €/Stk. und werden meist in Packungen zu je 100 Stück verkauft. Schneebremsen für PV-Anlagen kosten ab etwa 8 €/Stk., der genaue Preis hängt vom Material (Metall oder Kunststoff) und der Bestellmenge ab.

    Fachartikel 164
    Autor: Daibau Magazin

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