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    Wände spachteln und glätten

    Frisch verputzte und gestrichene Wände lassen die ganze Wohnung schöner aussehen, doch mit den Jahren zeigen sich immer mehr Gebrauchs- und Abnutzungsspuren an den sprichwörtlichen eigenen vier Wänden: Nagel- und Schraubenlöcher, Risse und abbröckelnder Putz. Deshalb gehört das Spachteln und Glätten von Wänden zu den typischen Maßnahmen bei Renovierungen und Sanierungen von Innenräumen. Aber auch beim Verlegen neuer Elektroleitungen unter dem Putz sowie beim Einziehen von Trockenbauelementen sind Spachtelarbeiten erforderlich. Oft müssen nur einzelne Risse und beschädigte Stellen ausgebessert werden, manchmal muss die Wand jedoch flächig verspachtelt werden. Worauf es beim Spachteln und Glätten von Wänden ankommt, erfahren Sie im vorliegenden Beitrag.
    Fachartikel 208
    waende spachteln
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    1. Wände spachteln

    1.1 Vorbereitung

    Wände spachteln ist eine vergleichsweise einfache Aufgabe, die Heimwerker oft selber erledigen. Doch dazu braucht man erst einmal das richtige Material und Werkzeug: neben Spachtelmasse (Flächenspachtel, Reparaturspachtel) braucht man auch Abdeckfolie, Malerkrepp und Schleifpapier oder Handschleifer sowie Malerspachtel, Schaber, Kelle und Gipsbecher. Unter Umständen braucht man auch Rissbänder, eine Tiefgrundbürste, eine Leiter und eine Bohrmaschine mit Quirl (wenn man die Spachtelmasse nicht von Hand anrühren möchte).

    Die Arbeit beginnt mit dem Reinigen der Wände und dem Abdecken der Umgebung des Arbeitsbereichs. Dabei muss man auch Nägel, Schrauben, Dübel sowie loses Material (loser Putz oder nicht haftende Anstriche) entfernen und die vorhandenen Bohrlöcher aussaugen. Um die Wand zu entstauben, wischt man sie mit einem Quast oder einem feuchten Lappen ab. Falls die Wandfläche porös oder stark saugend ist, sollte sie mit Tiefengrund behandelt werden.

    Anschließend muss man sie Spachtelmasse anrühren. Dazu füllt man den Gipsbecher zu zwei Dritteln mit Wasser und füllt die pulverförmige Spachtelmasse rieselnd ein. Anschließend rührt man das Gemisch um. Beim Anrühren ist die Herstelleranleitung zu befolgen (Mengenangabe, Abbindezeit usw.). Bei größeren Mengen nimmt man zum Anrühren eine Bohrmaschine mit Quirlaufsatz und einen Baueimer oder Mörtelkübel. Weil angerührte Spachtelmasse langsam abbindet und aushärtet, muss man darauf achten, immer nur so viel anzurühren, wie man in kurzer Zeit verarbeiten kann. Alternativ kann man auch eine gebrauchsfertige Reparaturspachtelmasse (Fertigspachtel) verwenden. Allerdings ist diese teurer und lässt sich nicht so lange aufbewahren wie Spachtel in Pulverform.

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    Spachtelmasse wird immer nur in kleinen Mengen angerührt.

    1.2 Wände spachteln

    Wenn lediglich kleine Löcher und Risse zu verspachteln sind, trägt man die Spachtelmasse mit einem Malerspachtel auf. Die Spachtelmasse muss in alle Risse und Löcher eingearbeitet werden. Falls einige Risse zu fein sind, um die Spachtelmasse hineinzudrücken, müssen sie ein bisschen verbreitert werden, damit sie sich gut zuspachteln lassen. Im zweiten Arbeitsschritt wird die Wand mit kreisförmigen Bewegungen glattgespachtelt. Grobe Risse sollten nicht mit Fertigspachtel, sondern mit Spachtelmasse zum Anrühren aufgefüllt und bei Bedarf zusätzlich mit einem Rissband armiert werden.

    Beim Spachteln großer Flächen wird die Spachtelmasse zuerst mit einem Flächenspachtel grob aufgetragen und kreuz und quer verreiben. Das Abziehen muss behutsam erfolgen, damit eine gleichmäßige Fläche ohne Vertiefungen entsteht. Ist die Spachtelmasse ausgetrocknet, schleift man sie mit Schleifpapier, Schleifschwamm oder Handschleifer ab, um die verbliebenen Unebenheiten zu beseitigen. Wände, die tapeziert oder gefliest werden sollen, müssen vollkommen plan sein. Wenn dies nicht der Fall ist, kann man der Wandfläche mit einer Reliefwalze Struktur verleihen.

    2. Trockenbauwand spachteln

    Das Spachteln ist auch ein essenzieller Teil des Trockenbaus: Wände und Decken in Trockenbauweise werden mit Trockenbauplatten beplankt und im Anschluss bandagiert, verspachtelt und gestrichen. Um die Plattenstöße zu armieren, bandagiert man sie mit Gitterbändern (sog. Rissbrücken), bevor man die Fugen verspachtelt. Auch die Senklöcher der Schrauben, die beim Verschrauben der Platten gemacht wurden, müssen gut verspachtelt werden. Die Eckstücke sind so weit zu verspachteln, dass sie nicht mehr sichtbar sind. Die Spachtelmasse trägt man üblicherweise in zwei Schichten auf und zieht sie ab. Durch das Spachteln schafft man eine plane Oberfläche, die gestrichen werden kann.

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    Im Trockenbau werden die Plattenstöße sowie die beim Verschrauben der Platten entstandenen Senklöcher der Schrauben verspachtelt.

    3. Unterschiedliche Spachtelmassen

    Im Handel sind unterschiedliche Spachtelmassen erhältlich, die zum Füllen von Rissen und Unebenheiten in Wänden und Decken geeignet sind. Spachtelmasse besteht aus Sand, Wasser und einem Bindemittel, das über die Eigenschaften und die möglichen Anwendungsbereiche der Spachtelmasse entscheidet. Nach der Art des Bindemittels werden Spachtelmassen in folgende Kategorien eingeteilt:

    • Gipsspachtel: Im Innenbereich werden am häufigsten gipsgebundene Spachtelmassen verwendet. Diese sind pH-neutral und bilden nach dem Austrocknen eine glatte und feste Oberfläche, die gestrichen werden kann.
    • Acrylspachtel: Spachtelmassen auf Acrylbasis sind dehnbar, weshalb sie besonders gut zum Verschließen von Dehnungsfugen geeignet sind. Die Fugen halten leichten Bewegungen der Bauteile (z. B. leichtes Schwanken der Trockenbaukonstruktion oder temperaturbedingte Ausdehnung des Materials) stand, ohne dass Risse auftreten.
    • Zementspachtel: Zementgebundene Spachtelmassen sind hart und wasserbeständig, weshalb sie auch in Feucht- und Nassräumen, Fußböden sowie im Außenbereich (Fassadenspachtel) angewandt werden.
    • Polyurethanspachtel: Kunstharzgebundene Spachtelmassen (meist auf Polyurethanbasis) werden zum Abdichten und Füllen von Rissen im Innen- und Außenbereich verwendet. Sie sind dehnbar, sodass bei leichten Bewegungen der Bauteile keine Risse entstehen.
    • Silikon: Silikon zählt zu den gängigsten Materialien zum Abdichten von Dehnungsfugen und Wandrissen. Aufgrund seiner wasserabweisenden Eigenschaften ist es gut für den Einsatz in Feucht- und Nassräumen geeignet.

    Neben diesen Grundtypen von Wandspachtelmasse gibt es noch verschiedene Spezialspachtel für spezifische Anwendungsbereiche. Dazu zählen beispielsweise schnelltrocknende Spachtelmassen, Spachtelmassen für den Nassbereich (z. B. Sprizspachtel zum Ausgleichen von Kratzern und Schleifspuren aus Booten) oder Spachtelmassen für einzelne Untergründe (z. B. für Holz oder Glasfaserkunststoff). Es gibt auch Spachtelmassen, die speziell für den Trockenbau bzw. zum Spachteln von Gipskarton hergestellt sind. Spachtelmassen für den Innenbereich sind in der Regel flexibler und einfacher in der Anwendung, während es bei Spachtelmassen für den Außenbereich auf Wetterbeständigkeit ankommt.

    Für die Wahl der Spachtelmasse sind die spezifischen Anforderungen des Projekts ausschlaggebend. Die wichtigste Rolle spielen die Art des Untergrunds und die Größe und Lage der zu spachtelnden Fläche. Für Risse und Löcher werden standfeste Spachtelmassen, für große Flächen dagegen verlaufsfähige Spachtelmassen verwendet. Außerdem hat man die Wahl zwischen Fertigspachtelmasse und Spachtelmasse in Pulverform, die zuerst angerührt werden muss.

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    Beim Verlegen neuer Elektroleitungen unter dem Putz werden die Wandschlitze vollständig mit Spachtelmasse aufgefüllt und mit einem Rissband armiert.

    4. Wände spachteln – Kosten

    Die Kosten für das Spachteln von Wänden hängen von der Raumgröße, der Komplexität der Arbeit und der verwendeten Spachtelmasse ab. Überdies variieren die Preise je nach Auftragnehmer und Region. Deshalb ist es empfehlenswert, mehrere Angebote einzuholen, die Preise zu vergleichen und sich von Experten zum Arbeitsumfang und Kostenrahmen beraten zu lassen. Der Preis ist jedoch nicht das einzige Kriterium, da Billigangebote oft mit minderwertigen Leistungen einhergehen. Für Spachtelarbeiten gibt es vier separate Qualitätsstufen bzw. Oberflächengüten: Q1 (Grundverspachtelung), Q2 (Standardverspachtelung), Q3 (Sonderverspachtelung) und Q4 (Vollverspachtelung). Malerbetriebe berechnen für Q1 und Q2 etwa 15 €/m², für Q3 15 bis 30 €/m² und für Q4 bis zu 45 €/m².

    Fachartikel 208
    Autor: Daibau Magazin

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